19:41 28 Oktober 2020
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    Nobelpreisträger Michael Levitt von der Stanford-Universität spricht in einem Interview von einem „Panikvirus, dass sich unter Politikern der Welt ausgebreitet hat. Der Biophysiker vermutet, dass der Lockdown zur Eindämmung des Coronavirus mehr Leben gekostet als gerettet hat.

    In einem Interview mit der britischen Zeitung «Telegraph» vermutet der britisch-amerikanisch-israelische Nobelpreisträger Michael Levitt, dass der Corona-Lockdown mehr Tote verursacht, als Leben gerettet hat. Levitt ist Chemiker und Biophysiker und arbeitet als Professor an der renommierten Stanford-Universität in den USA.  2013 erhielt er den Nobelpreis für Chemie für die „Entwicklung von Multiskalenmodellen für komplexe chemische Systeme“.

    Levitt spricht gegenüber dem „Telegraph“ von einem „Panikvirus“, das sich unter führenden Politikern der Welt verbreitet habe. Der überstürzte Lockdown, so Levitt, hätte mehr Schaden angerichtet als verhindert.

    Kein expositionelles Wachstum

    Bereits seit März äußert sich Levitt entsprechend auf Twitter. Auf seinem Youtube-Kanal erklärt er, dass es beim neuartigen Coronavirus kein expositionelles Wachstum gab. Levitt hatte bereits Mitte März die Zahlen der Infizierten nach dem Covid-19-Ausbruch in China und auf dem Kreuzfahrtschiff Diamond Princess analysiert. Damals sagte er beispielsweise Großbritannien rund 50.000 Tote voraus. Bisher sind auf der Insel knapp 37.000 an Covid-19 verstorben.

    Die mögliche Zahl der tatsächlichen Todesfälle durch Covid-19 hält der Wissenschaftler für um das „10- oder 12-fache“ überschätzt. Levitt hält es für wahrscheinlich, dass das Coronavirus schneller besiegt werden kann, als von den meisten Experten vorhergesagt.

    Unterm Strich mehr Leben gekostet

    Ich denke, dass der Lockdown unterm Strich kein Leben gerettet hat“, sagte Levitt dem „Telegraph“. „Ich denke, der Lockdown könnte Leben gekostet haben. Es werden sicher auch einige Leben gerettet worden sein durch weniger Verkehrsunfälle und dergleichen. Aber der soziale Schaden durch häusliche Gewalt, Scheidungen oder Alkoholismus war extrem. Und nicht zu vergessen diejenigen, deren Krankheiten in der Zeit nicht behandelt wurden.“

    Levitt verleugnet weder die Existenz und Gefährlichkeit des Virus, noch lehnt er generell Maßnahmen zu dessen Eindämmung ab. Allerdings meint der Wissenschaftler, die Regierungen hätten die Menschen von Anfang an zum Tragen von Masken und zu anderen Formen der sozialen Distanzierung ermutigen sollen. Auf Twitter verweist Levitt oft auf die Vorgehensweise Schwedens, die er im Großen und Ganzen für ein Erfolgsmodell hält, wo man auch hier früher Kontaktbeschränkungen, aber eben keinen Lockdown hätte einführen müssen.

    ​Der Wissenschaftler sagte der britischen Zeitung:

    „Ich glaube, das eigentliche Virus war das Panikvirus. Aus Gründen, die mir nicht klar sind, denke ich, dass die Regierenden in Panik gerieten und die Menschen in Panik gerieten, und ich denke, dass es einen großen Mangel an Diskussionen gab.“

    as

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    Tags:
    Nobelpreisträger, Panikmache, Panik, Coronavirus