00:19 12 Juli 2020
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    Der Chefepidemiologe Schwedens, Anders Tegnell, hat gegenüber dem Sender „Sverigesradio“ Versäumnisse bei der Coronavirus-Bekämpfung eingeräumt.

    Schon von Beginn an hätte Schweden mehr Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Ausbreitung ergreifen sollen, zitiert der Sender Tegnell am Mittwoch.

    „Ich glaube, dass es sicherlich Verbesserungspotenzial bei dem gibt, was wir in Schweden gemacht haben, das ist ziemlich klar.“

    Würde man mit dem heutigen Wissensstand auf dieselbe Erkrankung stoßen, würde Schweden dann irgendwo in der Mitte landen zwischen dem, was das Land getan hat und was der Rest der Welt getan hat, so der Chefepidemiologe.

    Zu viele Schweden seien zu früh gestorben. Was genau man in Schweden hätte anders machen sollen, ist dem Interview nicht zu entnehmen.

    Schwedens Sonderweg

    Schweden ist eines der wenigen Länder, die aufgrund der Covid-19-Pandemie keine universelle Quarantäne verhängt haben. Die schwedischen Behörden haben mehr auf freiwillige Maßnahmen statt auf Vorschriften gesetzt.

    Schulen, Geschäfte und Restaurants bleiben während der Pandemie geöffnet. Gleichzeitig wird den Bürgern empfohlen, soziale Distanz zu wahren, wenn möglich zu Hause zu arbeiten und im Land nicht zu reisen, um eine Belastung der Krankenhäuser zu vermeiden.

    Es wird diskutiert, ob die Taktik der Behörden in Stockholm gerechtfertigt und erfolgreich sei. Die Sterblichkeitsrate in Schweden liegt höher als in anderen nordischen Staaten mit vergleichbarer Einwohnerzahl.

    Coronavirus

    Die Weltgesundheitsorganisation hatte am 11. März den Ausbruch des neuen Covid-19-Erregers als Pandemie eingestuft.

    Weltweit wurden laut der Johns-Hopkins-Universität (JHU) bereits mehr als 6,4 Millionen Menschen mit dem Virus SARS-CoV-2 infiziert. Bisher wurden demnach 380.880 Todesopfer registriert.

    Die Zahl der bestätigten Corona-Fälle in Schweden beträgt nach Angaben der Organisation 40.803. An der neuartigen Krankheit seien 4542 Patienten gestorben.

    mo/mt

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    Coronavirus, Schweden