08:01 08 Juli 2020
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    Die Nachrichtenagentur FAN hat einen Agitationsclip veröffentlicht, der die Russen zur Teilnahme an der Volksabstimmung über die Verfassungsänderung aufruft. Das Video sorgte jedoch für unterschiedliche Reaktionen.

    Der Clip zeigt ein schwules Paar, das im Jahr 2035 seinen Adoptivsohn aus dem Kinderheim holt. Der Junge wirkt sehr enttäuscht, als ihm klar wird, dass seine „Mama“ eigentlich ein Mann ist.

    Die Agentur veröffentlichte das Video unter dem Titel „Warum Änderungen zu Russlands Verfassung wichtig sind“ am Montag auf ihrer Webseite sowie auf sozialen Netzwerken. Im russischen Sozialmedium VKontakte wurden die Aufnahmen bereits 1,6 Millionen Mal gesehen.

    Kritik seitens Internetbenutzer

    Viele User kritisierten das Video wegen seiner schlechten Qualität sowie diskriminierenden Darstellung von Vertretern der LGBT-Gemeinde (Lesbian, Gay, Bisexual und Transgender). Ursprünglich war der Clip auch auf YouTube publiziert worden. Die Plattform entfernte ihn jedoch wegen Beschwerden, das Video sei schwulenfeindlich.

    Klage einer LGBT-Gruppe

    Im Zusammenhang mit dem Clip gab die LGBT-Gruppe „Stimul“ am Dienstag auf Facebook bekannt, sie habe eine Anzeige bei den Strafverfolgungsbehörden eingereicht. Das Video sei „offensichtlich homophob“ und schüre „Hass und Feindlichkeit“.

    Mediengruppen-Chef und einer der Darsteller kommen zu Wort

    Nikolaj Stoljartschuk, der Chef der Mediengruppe „Patriot“, zu der auch die Agentur FAN gehört, behauptete gegenüber Medien, dass in die Produktion des Clips keine staatlichen Mittel investiert worden seien. Er sei gegen Adoption von Kindern durch gleichgeschlechtliche Paare.

    Stoljartschuk zufolge besteht der „Hauptsinn“ des umstrittenen Videos nicht im Kampf gegen die LGBT-Gemeinde, sondern in der „Verteidigung des Instituts der Familie als Bund zwischen Mann und Frau“.

    Der Schauspieler Alexander Filimonenko, der die „Mama“ im Clip darstellte, kommentierte im Gespräch mit dem Portal Coda seine Teilnahme an den Dreharbeiten.

    Das im Video angesprochene Thema sei „kompliziert“, meinte er und betonte, dass er niemanden beleidigen wolle und dass der Clip nicht unbedingt seine eigene Position widerspiegle.

    Russen stimmen bald über Verfassungsänderung ab

    Am 1. Juli soll über die größte Verfassungsänderung in der russischen Geschichte entschieden werden. Der ursprüngliche Termin Mitte April war wegen der Corona-Epidemie verschoben worden.

    Unter den geplanten Verfassungsänderungen ist auch, dass die Ehe als „Bund zwischen Mann und Frau“ verstanden und geschützt werden soll.

    Seit 2013 gilt in Russland ein Gesetz, das Propaganda von Homosexualität unter Minderjährigen verbietet. Homosexuelle Handlungen sind jedoch legal.

    mo/mt

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