16:58 19 September 2020
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    Die britische Schriftstellerin Joanne Rowling hat auf gegen sie erhobene Vorwürfe eines intoleranten Verhaltens gegenüber Transgender-Menschen mit einem Text reagiert, wo sie Persönliches verriet.

    In einem am Mittwoch veröffentlichten Essay betonte die Harry-Potter-Autorin, dass sie Transgender immer unterstützt habe. Sie brachte jedoch ihre Besorgnis zum Ausdruck, dass sich so viele junge Menschen – und dabei immer mehr Mädchen und Frauen – wünschten, ihr Geschlecht zu wechseln. Zudem sei sie sich vieler Fälle bewusst, bei denen sich Transgender einen Weg zurück in ihr geborenes Geschlecht wünschen.

    In ihrer Jugend erlebte Rowling eigenen Angaben zufolge Schwierigkeiten mit ihrer Gender-Indentität. Sie habe „glücklicherweise“ ihren eigenen „Sinn der Andersheit“ und ihre „Ambivalenz um das Frauensein“ gefunden. Die Autorin behauptete unter Berufung auf Studien, dass „zwischen 60 und 90 Prozent der genderdysphorischen Teenager aus ihrer Dysphorie herauswachsen würden“.

    „Der derzeitige explosionsartige Anstieg von Trans-Aktivismus fordert die Entfernung von fast allen robusten Systemen, die Kandidaten für Geschlechtsanpassung zuvor durchlaufen mussten.“

    Die schottische Regierung wolle mit den umstrittenen Plänen für Gender-Anerkennung fortfahren. Bestätigte Geschlechtszertifikate würden sich ohne der Notwendigkeit von Operationen oder hormonellen Eingriffen ausstellen lassen. Somit würden sich Frauenumkleideräume sowie Toiletten für alle Männer öffnen, die sich wünschten, hereinzukommen.

    „(...) Ich glaube, meine Regierung treibt Schindluder mit der Sicherheit von Frauen und Mädchen.“

    Rowlings persönliche Gewalterfahrungen

    Sie wolle, dass jedes weibliche Wesen sicher ist. Das gelte für Trans- sowie für gebürtige Frauen. Denn sie könne nachvollziehen, wie es ist, Opfer dieser Gewalt zu sein.

    „Ich stehe nun seit über 20 Jahren im Blickpunkt der Öffentlichkeit und habe nie öffentlich darüber gesprochen, dass ich eine Überlebende von häuslicher Gewalt und sexuellen Übergriffen bin.“

    Die 54-Jährige schreibt, es sei ihr gelungen, aus ihrer ersten, von Gewalt geprägten Ehe zu fliehen.
    Sie schäme sich nicht dafür, was ihr passiert sei. Sie sei seit vielen Jahren wieder glücklich verheiratet. Allerdings verschwinden die Narben, die Gewalt und sexuelle Übergriffe hinterlassen hätten, nicht – „egal wie sehr man geliebt wird und wie viel Geld man verdient“ habe. Noch heute hasse sie es, wenn es plötzlich laut werde oder sie nicht bemerke, wie sich Menschen ihr leise von hinten näherten.

    Sind Frauen als „biologische und politische Klasse“ in Gefahr?

    Rowling bezeichnete Argumente, dass „Weiblichkeit nicht dem Körper eines bestimmten Geschlechts innewohnt“, als „tief frauenfeindlich und regressiv“. Die Ableugnung der Bedeutung des Geschlechts ziele unter anderem darauf ab, die Idee, dass die „Frauen ihre eigenen biologischen Realien haben“, zu erodieren. Denn diese Vorstellung werde von einigen offenbar als „erbarmungslos ausgrenzend“ empfunden.

    „Ich weigere mich, mich vor der Bewegung zu verneigen, die meiner Meinung nach einen nachweislichen Schaden zufügt, indem sie versucht, die 'Frau' als eine politische und biologische Klasse zu erodieren und Straftätern eine Deckung anzubieten, wie es nur wenige zuvor gemacht haben“, so die Autorin.

    Rowling hatte kürzlich auf Twitter einen Artikel kritisiert, in dem Frauen als „Menschen, die menstruieren“ bezeichnet wurden. Viele fassten den Kommentar, den sie dazu abgab, als unpassend auf und warfen der Schriftstellerin daraufhin vor, transphob zu sein.

    mo/mt

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