01:05 24 Oktober 2020
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    Wladimir Putin hat auf die Massenproteste in den USA reagiert, die nach dem Tod eines Afroamerikaners durch die Schuld eines weißen Polizisten begonnen haben.

    „Ich versuche, sehr sorgfältig zu kommentieren oder besser nicht zu kommentieren, was in den USA oder anderen Ländern passiert. Was passiert ist, ist eine Offenbarung gewisser tiefer innerer Krisen. In der Tat beobachten wir dies seit langer Zeit - seit dem Machtantritt des amtierenden Präsidenten, als er gewann, ganz offensichtlich gewann, auf völlig demokratische Weise. Aber die Verlierer erdachten alle möglichen Geschichten, nur um seine Legitimität in Frage zu stellen“, sagte er in einem Interview mit der Sendung „Moskau. Kreml. Putin“.

    Der russische Staatschef zeigte sich auch überrascht von der Reaktion der Gouverneure einiger US-Bundesstaaten auf die Anordnungen von Donald Trump.

    „Was ist Demokratie? Es ist die Macht des Volkes, das ist richtig. Aber wenn das Volk die höchsten Organe wählt, dann haben die höchsten Machtorgane, die das Vertrauen des Volkes haben, das Recht, die Arbeit der Exekutivorgane so aufzubauen, dass die Interessen der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung des Landes garantiert werden. Aber was ist dort? Der Präsident sagt: „Wir müssen es so und so tun“, und die örtlichen Gouverneure sagen: „Geh Deiner Wege“, betonte Putin.

    Unruhen in den USA

    Eine Welle von Protesten und Unruhen erfasste eine Reihe von US-Städten nach dem Tod  des Afroamerikaners George Floyd durch die Polizei in Minneapolis. Im Internet erschienen Aufnahmen, die zeigen, wie Polizeibeamte den mit Handschellen gefesselten Festgenommenen zu Boden warfen, wobei einer von ihnen mit dem Knie auf seinen Hals drückte.

    Floyd sagt auf dem Video mehrmals, dass er nicht atmen könne, und verstummt danach. Im Krankenhaus konnte nur noch sein Tod festgestellt werden. Einige Tage später wurden vier Polizisten entlassen, gegen sie wurde Anklage wegen Mordes und Beihilfe zum Mord erhoben.

    Nach dem Ausbruch der Massenproteste forderte Trump von Gouverneuren, die Nationalgarde einzusetzen, doch die Behörden einer Reihe von Regionen erklärten, sie würden die Unruhen auch ohne das Militär bewältigen können.

    Nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz Ende Mai gibt es landesweit Proteste gegen Rassismus.

    Der Tod eines weiteren Schwarzen bei einem Polizeieinsatz in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia am Freitagabend (Ortszeit) hat zur Eskalation der Proteste geführt und die öffentliche Debatte über den Rassismus weiter aufgeheizt. Die Polizeichefin der Stadt ist inzwischen zurückgetreten. Nach Angaben von CNN unter Berufung auf einen Polizeisprecher wurde der Beamte, der die tödlichen Schüsse gegen den Afroamerikaner abgegeben hatte, gefeuert sowie der zweite Beamte vorläufig suspendiert.

    ek/mt/sna/dpa

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    Kommentar, George Floyd, USA, Unruhen, Donald Trump, Wladimir Putin