00:13 06 August 2020
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    Nach der Kritik gegen das Sozialnetzwerk Facebook im Zusammenhang mit seinem Umgang mit möglicherweise rassistischen und gewaltverherrlichenden Inhalten haben viele Konzerne Werbeanzeigen bei der Online-Plattform gestoppt.

    Der amerikanische Mobilfunkbetreiber Verizon warf dem weltgrößten Internetnetzwerk vor, zu wenig gegen die Verbreitung von Hassrede, Falschinformationen und Mobbing auf seinen Plattformen zu tun. Verizon zufolge dauert die Werbe-Pause so lange an, bis Facebook eine akzeptable Lösung anbiete.

    Auch der Konsumgüterkonzern Unilever gab bekannt, seine Werbung auf sozialen Netzwerken für den Rest des Jahres auszusetzen. Betroffen sind neben Facebook auch dessen Tochterunternehmen Instagram sowie der Kurznachrichtendienst Twitter. Laut Medienberichten erwägt auch der Konsumgüterkonzern Procter & Gamble entsprechende Schritte.

    Zuvor gaben bereits der Eiscreme-Hersteller Ben & Jerry's sowie die Outdoorbekleidungskonzerne Patagonia und North Face bekannt, zunächst nicht mehr auf Facebook werben zu wollen. Am Freitag kündigte auch Coca-Cola einen weltweiten Stopp aller Werbung auf Sozialen Medien für mindestens 30 Tage ab dem 1. Juli an.

    Die US-Protestwelle gegen Rassismus und Polizeigewalt hat die Kritik an Facebook, zu nachlässig mit kontroversen Beiträgen umzugehen, wieder stark aufflammen lassen. Zuletzt war unter den Mitarbeitern des US-Konzerns und Kongressabgeordneten der Unmut über die bisherige Praxis von Facebook gewachsen, als aufrührerisch empfundene Botschaften des US-Präsidenten Donald Trump unangetastet zu lassen.

    Bürgerrechtsgruppen riefen zu einem Werbeboykott auf. Dadurch soll der Konzern an einer empfindlichen Stelle getroffen werden – Facebook macht fast seinen ganzen Umsatz mit Werbeerlösen.

    Marktwertverluste

    Nach Angaben der US-Nachrichtenagentur Bloomberg beschwor der Werbeboykott eine „seltene“ Reaktion seitens der Facebook-Investoren herauf. Die Aktionen des IT-Unternehmens seien um 8,3 Prozent gefallen. Auf diese Weise habe Facebook 56 Milliarden Dollar an Marktwert verloren.

    Neue Kennzeichnungs- und Löschregeln bekanntgegeben

    Facebook kündigte nach dem Boykott einen neuen Umgang mit Inhalten an, die gegen die Regeln des Sozialen Netzwerks verstoßen. Konzernchef Mark Zuckerberg zufolge sollen Anzeigen gelöscht werden, in denen behauptet werde, dass Menschen etwa einer gewissen Herkunft, Religion oder sexuellen Orientierung eine Gefahr für die Sicherheit oder Gesundheit darstellten. Inhalte von allgemeinem Interesse, die gegen die Regeln verstießen, würden nun gekennzeichnet, hieß es am Freitag weiter.

    Debatte um Rassenungleichheit

    In den USA und auch in Europa gibt es seit dem Tod des Afroamerikaners George Floyd in Minneapolis (US-Bundesstaat Minnesota) nach einem Polizeieinsatz Ende Mai Massenproteste gegen Rassismus und Polizeigewalt. Zudem hatte dieser Vorfall in den USA eine Diskussion über Rassenungleichheit angeregt.

    mo/mt/rtr

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