23:57 29 September 2020
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    Anhand einer Stichprobe von über 1000 Menschen bundesweit, die in den Spielbetrieb der Fußball-Bundesliga und der 2. Bundesliga involviert sind, will der Profi-Fußball dabei helfen, die Dunkelziffer der Corona-Infizierten näher zu bestimmen.

    Für viele ist es inzwischen zur Routine geworden: Täglich die Entwicklung der Corona-Pandemie in Deutschland und weltweit prüfen in der Hoffnung, dass sich die Lage stabilisiert. Feste Faktoren, ob beim Robert-Koch-Institut oder der Johns Hopkins Universität sind hierbei die Zahlen der Infizierten, der Genesenen und der Verstorbenen. Diese können das Infektionsgeschehen jedoch nur soweit abbilden, als dass sie die festgestellten Corona-Fälle dokumentieren. Wissenschaftler verweisen darauf, dass viele Fälle dabei unter dem Radar blieben, weil sie symptomfrei verliefen und deshalb weder getestet noch festgehalten werden würden. Wie hoch die dadurch bedingte Dunkelziffer bei Covid-19 ist, ist schwer zu sagen.

    Mit einer eigenen Antikörperstudie will nun der Profi-Fußball in Deutschland dazu beitragen, der Antwort auf diese Frage etwas näher zu kommen. Über 1000 Personen bundesweit sind im Rahmen des Spiel- und Trainingsbetriebs der laufenden Saison regelmäßig getestet worden.

    Seit Beginn des coronabedingten Geisterspielbetriebs wurden im deutschen Profi-Fußball strenge Hygienevorschriften und andere Vorsichtsmaßnahmen eingeführt. Das medizinische Konzept der eigens eingerichteten Task Force diente zunächst vor allem dazu, die Covid-19-Erkrankungen und ihre Verläufe in allen Clubs ab dem 27. April und bis zum letzten Saisonspiel für das gesamte Umfeld der Mannschaften und Schiedsrichter zu erfassen. Hierzu wurde eine engmaschige und regelmäßige Testung der an Training und Wettkampf direkt und indirekt beteiligten Personen eingeführt sowie Hygiene- und Abstandsregeln, die das Ansteckungsrisiko minimieren sollten.

    Zum Abschluss der Bundesliga- und Zweitligasaison sollen die gewonnenen Daten nun schnell ausgewertet und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

    „Wenn wir wissen, wie viele Menschen aus einer großen Stichprobe Antikörper-positiv sind, sich also bereits mit dem Virus auseinandergesetzt haben, dann können wir besser abschätzen, wie hoch die Infektionszahlen wirklich sind. Man kann somit bessere Aussagen zum Durchseuchungsgrad der Bevölkerung treffen“, erläutert Nationalmannschaftsarzt und Leiter der Task Force Tim Meyer gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. 

    Interessant könnten hierbei die Proben sein, die vor Einführung des medizinischen Konzepts entnommen wurden, denn da hätten Spieler, Betreuer und Trainer „in Bezug auf die Ansteckungsgefahr relativ normal gelebt“, so Meyer.

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    Tags:
    Deutscher Fußball-Bund (DFB), DFB-Pokal, Antikörper, Fußball, Bundesliga, Bundesliga, Corona-Warn-App, Coronavirus, Covid-19