13:34 06 August 2020
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    Den 78-Prozent-Erfolg Wladimir Putins bei der Abstimmung über die Verfassungsreform deutete Daniel Witzeling, Leiter des Humaninstituts in Wien, als Ergebnis der jahrelangen Arbeit des russischen Präsidenten und des Vertrauens, welches er sich bei den Bürgern erarbeitet hat.

    Das triumphale Ergebnis sei auch ein Indikator für die Stabilität, die die Russen mit Putin verbinden, sagte der Sozialforscher im Sputnik-Gespräch. „Hier geht es auch um die Sicherheit, die er den Menschen gibt. Ein wesentlicher Faktor ist auch, dass momentan keine Alternativen zu Putin in Sicht sind. Der russische Präsident hat bei der Abstimmung seine Autorität und sein politisches Gewicht in die Waagschale geworfen und wurde belohnt.“

    Jetzt müsse er sich erneut aufgrund des großen Vertrauensvorschusses für würdig erweisen, so der Wiener Psychologe.

    „Jetzt wird das Meisterstück von Wladimir Putin gefragt, eine gute Nachfolge zu finden beziehungsweise heranwachsen zu lassen. Er muss den Nährboden für die Zukunft und neue Leute an der Macht schaffen, die damit verantwortungsvoll umgehen und Russland in eine Zukunft über seine Amtsperioden hinaus führen.“

    Putin diene im Westen oft als Projektionsfläche für Wünsche und Hoffnungen, sagt Witzeling weiter, so wie Sebastian Kurz von vielen Deutschen als besserer Kanzler gesehen werde. „Diese Wahrnehmung kann im Land, in dem die genannten Politiker an der Macht sind, differenzierter ausfallen und von dem Wunschbild der Außenstehenden abweichen. Putin muss aufpassen, dass er sein so hohes Vertrauen durch zu langes Kleben an der Macht nicht verspielt.“

    Das sei seine Herausforderung der Verantwortung, ist sich der Sozialforscher sicher.

    „Aus psychologischer Sicht ist der Erfolg Putins bei der Abstimmung auch mit einer großen Verantwortung verbunden. Hier geht es nicht nur um Machterhalt, sondern vor allem um den verantwortungsvollen Umgang mit Macht.“ 

    Putin müsse jetzt wie bereits erwähnt die Weichen für die Zukunft stellen und zeigen, so Witzeling, dass er auch von der Macht loslassen könne, indem er andere Personen mit Verantwortung ausstatte. „In gewisser Weise hat er es in Russland durch die Auswahl von Michail Mischustin als Premierminister bereits gemacht. Er darf nicht nur Ja-Sager um sich haben, sondern er sollte selbstständige kluge Köpfe fördern. Russland verfügt auf diesem Gebiet der Intelligenz neben Öl und Gas über Top-Ressourcen, und das nicht nur im Schachspiel. Nicht von ungefähr sagte Wladimir Putin nach der Abstimmung, dass er auch diejenigen versteht, die dagegen gestimmt haben. ,Wir haben viele ungelöste Probleme, das ist wahr‘.“

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    Tags:
    Wladimir Putin, Verfassungsänderung, Abstimmung