19:26 03 August 2020
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    In einem neuen Gesetz hat der Bundestag am Donnerstag beschlossen, dass das heimliche Fotografieren unter den Rock als Straftat gilt. Was bisher eine Ordnungswidrigkeit war, kann jetzt mit bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe bestraft werden. Während sich einige Nutzer in sozialen Netzwerken freuen, stellen andere auch die Frage: Warum erst jetzt?

    Am Donnerstag beschloss der Bundesrat, dass das heimliche Fotografieren unter den Rock oder in den Ausschnitt als eine Straftat gelten soll. Die Freiheitsstrafe für das sogenannte „Upskirting“ könne eine Freiheitsstrafe von insgesamt bis zu zwei Jahren betragen. Christine Lambrecht, die Bundesjustizministerin, äußerte dazu, dass eine solche Grenzüberschreitung nicht hinnehmbar sei. Solches Fotografieren verstoße dabei nicht nur gegen das Persönlichkeitsrecht einer Frau, sondern auch gegen die sexuelle Selbstbestimmung.

    „Einer Frau unter den Rock oder in den Ausschnitt zu fotografieren, ist eine schamlose Verletzung ihrer Intimsphäre“, sprach sich Lambrecht am Donnerstag aus. Bisher galt „Upskirting“ nur als eine Ordnungswidrigkeit im deutschen Gesetz. Im September kündigte Lambrecht laut einem Bericht der Tagesschau einen entsprechenden Gesetzesentwurf an. Sie setze sich zudem für eine Strafverschärfung von Kinderpornografie ein, so das Münchner Regionalblatt „Merkur“.

    Twitter reagiert

    Als das Hashtag „#Upskirting“ am Freitag im Netz kursierte, waren die meisten Reaktionen voller positiver Bemerkungen. Es wurde viel Dank ausgesprochen an Hanna Seidel und Ida Marie Sassenberg, die im letzten Jahr eine Petition gegen „Upskirting“ gestartet haben. Mithilfe der Internetseite „change.org“ haben beide mehr als 100.000 Unterschriften gesammelt, um nun auch rechtlichen Zuspruch zu bekommen.

    Doch auch viele verständnislose Stimmen fanden sich in den Beiträgen auf Twitter. Gerade gegen diese negativen Bemerkungen von meistens Männern, welche den Sinn hinter dem „Upskirting“-Gesetz nicht verstanden, setzten viele Frauen dagegen. So auch die Autorin und Satirikerin Sarah Bosetti.

    Andere Personen sahen den kritischen späten Punkt im Zeitpunkt des Gesetzes und empörten sich darüber. Darunter auch die Autorin und freie Journalistin Katrin Weßling:

    lm/gs

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    Tags:
    Gesetz, Sexuelle Belästigung, Freiheitsstrafe, Straftaten, Bundesgerichtshof