14:06 01 Dezember 2020
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    In Israel ist es zu zahlreichen Protestaktionen gegen Premierminister Benjamin Netanjahu gekommen. Die Demonstranten fordern seinen Rücktritt wegen Betrug, Untreue und Bestechlichkeit.

    Die Protestierenden versammelten sich vor der Residenz des 70 Jahre alten Regierungschefs in Jerusalem. Sie trugen dabei Fackeln und Plakate mit den Aufschriften: „Keine Korruption mehr, keine Leiden“. Dies ist auf einem Foto zu sehen.

    Die Aufnahme zeigt, dass sich Tausende Menschen an der Demonstration beteiligten. 

    Die Demonstranten marschierten in Richtung Stadtzentrum. Die Polizei setzte Wasserwerfer ein. Um die Menschenmenge auseinanderzutreiben, wurde außerdem die berittene Polizei hinzugezogen. 

    Die israelische Zeitung „Haaretz“ berichtete, die Polizei habe am Mittwochmorgen gemeldet, dass mehrere Protestler wegen Verdachts auf Vandalismus und Überfälle auf Offiziere inhaftiert worden seien.

    Vorwürfe gegen Netanjahu 

    Bei dem Verfahren gegen Netanjahu geht es um drei Fälle.

    Die schwerwiegendsten Vorwürfe gegen Netanjahu hängen mit dem mutmaßlichen Lobbyieren der Interessen des Medienunternehmens „Bezeq“ zusammen. Der Ministerpräsident soll dem Telekom-Riesen wettbewerbsrechtliche Vorteile verschafft haben; im Gegenzug sollte das dem Unternehmen gehörende Nachrichtenportal Walla! möglichst positiv über Netanjahu berichten.

    Darüber hinaus wird der Premier der Beeinflussung von Medien verdächtigt. Unter anderem soll er eine Absprache mit Arnon Mozes, dem Eigentümer der israelischen Zeitung „Yedioth Ahronoth“, erzielt haben. Der Deal soll eine bessere Berichterstattung vorsehen. Dafür soll der israelische Premier ein Gesetz angeboten haben, das die Möglichkeiten einer rivalisierenden Zeitung bremsen würde.

    Zudem wird dem Ministerpräsidenten vorgeworfen, Luxusgeschenke befreundeter Geschäftsleute im Gegenzug für politische Gefälligkeiten angenommen zu haben. Dabei geht es um Dinge im Wert von rund 700.000 Schekel (184.000 Euro).

    ao/sb/dpa

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    Tags:
    Bestechlichkeit, Vorwürfe, Demonstration, Proteste, Benjamin Netanjahu, Israel