17:02 24 November 2020
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    Die Frankfurter Krawalle in der Nacht zum Sonntag haben eine neue Diskussion über die Ursachen einer solchen Gewaltbereitschaft entfacht. Während die Stadt Frankfurt und die Polizei über Maßnahmen beraten, ist im Netz ein reger Meinungsaustausch zu beobachten.

    In den vergangenen Wochen hatte sich der Opernplatz in Frankfurt zu einer Freiluft-„Partyzone” entwickelt. An den Wochenenden waren Tausende Menschen zusammengekommen, um auf dem Platz zu feiern. Dabei war die Stimmung meist friedlich. Doch in der Nacht zum Sonntag geriet die Situation außer Kontrolle. Was als Feier begann, mündete schließlich in eine Massenschlägerei und anschließende Auseinandersetzung mit der Polizei.

    Nach den Worten des Frankfurter Polizeipräsidenten, Gerhard Bereswill, wurden Einsatzkräfte aus einer Menschenmenge heraus mit Flaschen angegriffen, obwohl sie „deeskalierend“ gehandelt hätten. Offenbar fanden einige Schaulistige Gefallen daran und haben Angaben zufolge dem Vorgang applaudiert. Fünf Beamte sollen verletzt worden sein.

    Umgekippte Mülltonnen, zertrümmerte Scheiben, zerschlagene Glasflaschen – die Randale hat Scherben und eine neue Debatte hinterlassen.

    Politiker nennen Ursachen

    Zu dem Vorfall haben sich bereits viele Politiker aus den Reihen der AfD geäußert. Die stellvertretende AfD-Fraktionsvorsitzende im Bundestag Beatrix von Storch zog eine Parallele zu den Krawallen in Stuttgart vor einigen Wochen.

    „Die Party- und Eventszene in Frankfurt ähnelt also der von Stuttgart: hoher Migrationsanteil, betrunken und hoch aggressiv. Aber hey! Daß mir jetzt keiner sagt, wir haben ein Problem mit Migranten“, kommentierte die AfD-Politikerin.

    ​Die AfD-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Alice Weidel, forderte konsequente Maßnahmen: „‚Party- und Eventszene‘ wieder aktiv: Randalierer verwüsten letzte Nacht Opernplatz in Frankfurt! Was muss noch passieren, damit der Schutz der Bürger und ihres Hab und Gutes endlich wieder in den Vordergrund gestellt wird? Es muss endlich konsequent durchgegriffen werden.“

    Laut dem AfD-Bundestagsabgeordneten Gottfrid Curio sind die Krawalle in Stuttgart eine Folge der ausgebliebenen Reaktion auf die Gewaltnacht in Stuttgart, welche als Freibrief zu weiterer „Party-Laune“ verstanden würde.

    Der Grünen-Politiker Omid Nouripour fand deutliche Worte: „‚Dem Wahren Schönen Guten‘ gewidmet ist unser Opernplatz und nicht Idioten, die Polizisten verletzen, Busstationen verwüsten und friedlich Feiernden alles kaputt machen.“

    Der hessische Landtagsabgeordnete Ismail Tipi (CDU) zeigte mit Blick auf die Täter klare Kante.

    „Das sage ich in Richtung der Täter mit Migrationshintergrund: Wer wie in Frankfurt oder Stuttgart Flaschen auf Polizisten wirft, der hat für mich das Gastrecht verwirkt und muss unser Land sofort verlassen. Ich fordere daher: Konsequente Abschiebungen aller Demokratie- und Polizeifeinde“, schrieb Tipi auf Twitter.

    ​Der parlamentarische Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag, Stefan Müller, sprach von einer gescheiterten Integration als eine der Ursachen. „Zur Aufarbeitung gehört jetzt das klare Benennen der Ursachen - eine gescheiterte Integration und das Leugnen von Missständen durch linke Eliten. Das müssen wir ändern. An diese Zustände will ich mich nicht gewöhnen.“

    ​In Bezug auf die Krawalle am Opernplatz hatte der Frankfurter Polizeipräsident mitgeteilt, dass es sich bei den 39 Festgenommen – bis auf eine Frau – ausschließlich um Männer im Alter von 17 bis 23 Jahren handle. Der genaue Status der Personen, im Hinblick ob sie Deutsche oder Nicht-Deutsche seien und inwieweit sie von der Person her Migrationshintergrund haben oder Asylantragsteller seien, werde ermittelt, sagte Bereswill. „Was ich aber jetzt schon sagen kann aufgrund der Betrachtung der Gesamtliste: Es handelt sich vorwiegend um Männer mit Migrationshintergrund.“

    Reaktionen im Netz

    Auch andere Twitter-Nutzer äußerten sich zu den Ereignissen in Frankfurt. „Konnte schon geklärt werden, dass der Rassismus der Polizei an den Ausschreitungen der Partyszene schuld ist?“, hieß es in einem der Kommentare.

    Eine Kommentatorin bezeichnete die Gewaltexzesse als „gelebte Respektlosigkeit“.

    „Statt dankbar zu sein, in einem Land zu leben, dass ihnen eine friedliche Existenz zusichert, haben wir es vermehrt mit vornehmlich Migranten zu tun, die durch Gewaltexzesse auffallen und Dinge ihrer neuen Heimat zerstören. Das ist gelebte Respektlosigkeit.“

    ​Was letzte Nacht am Opernplatz in Frankfurt geschehen sei, sei zweifellos ein sinnloser Akt  von Gewalt. Leider gebe dies Parteien wie der AfD umso mehr die Möglichkeit, Migranten zu verallgemeinern und weiterhin Hass zu verbreiten, beklagte eine andere Kommentatorin. Der nächste Kommentar ging in dieselbe Richtung.

    „Ja, was in Frankfurt passiert ist, ist absolut asozial. Dennoch, seid intelligent und wählt nicht die AfD. Die verändert in der Hinsicht nix und macht alles nur noch schlimmer.“ Würde die Polizei durchgreifen, würden Linke und Grüne wieder die Rassismus Karte spielen, kritisierte ein anderer Twitter-Nutzer.

    „Verstörend. Es macht mich traurig zu sehen, wie solche Taten, die auch für die Einsatzkräfte eine große Gefahr darstellen, von Medien verharmlost werden. Über die Herkunft vieler in dem Video zu sehenden Beteiligten sage ich mal nichts ... sonst ist man ja wieder rechts“, schrieb ein Kommentator. 

    mka/gs

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    Tags:
    Polizei, Krawalle, Frankfurt am Main