01:59 05 August 2020
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    Nach einem Urteil des schweizerischen Bundesverwaltungsgerichts hat der Bundesanwalt Michael Lauber der zuständigen Gerichtskommission seinen Rücktritt angeboten und am Freitag seine Entscheidung publik gemacht.

    Lauber wurden Indiskretionen im Fifa-Komplex vorgeworfen. Das Bundesverwaltungsgericht (BVGer) habe in einem Urteil vom 22. Juli die von der Aufsichtsbehörde über die Bundesanwaltschaft (AB-BA) gegen Lauber erhobenen Vorwürfe teilweise bestätigt, gab das Gericht in St. Gallen am Freitag bekannt.

    Hintergrund waren nicht protokollierte Treffen Laubers mit dem Präsidenten des Fußball-Weltverbands, Gianni Infantino, während gegen die Fifa wegen Korruption ermittelt worden war.

    „Das BVGer bestätigt die mehrfache Missachtung der Stellvertretungsregelung und den damit verbundenen Verstoß gegen den vom Bundesanwalt selbst erlassenen Verhaltenskodex.“

    Eine Behinderung der Untersuchung durch Einflussnahme Laubers auf die Stellvertretenden Bundesanwälte habe das Gericht hingegen nicht festgestellt.

    Die Aufsichtsbehörde über die Bundesanwaltschaft hatte Lauber aufgrund diverser Amtspflichtverletzungen, darunter auch mutmaßlich unwahrer Aussagen ihr gegenüber, mit einer Lohnkürzung von acht Prozent für die Dauer eines Jahres sanktioniert. Das BVGer empfahl jedoch am Mittwoch eine geringere Lohnreduktion: fünf Prozent eines Jahresgehalts.

    Lauber: Urteil des BVGer „respektiere ich“

    In einer Mitteilung auf der offiziellen Webseite der Bundesanwaltschaft erklärte Lauber, dass er das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 22. Juli respektiere. Die „Unterstellung“, er habe die Unwahrheit gesagt, wies er aber „nach wie vor in aller Form“ zurück.

    „Wenn man mir jedoch als Bundesanwalt nicht glaubt, dann schadet dies der Bundesanwaltschaft“, schrieb der 54-Jährige. „Deshalb biete ich der zuständigen Gerichtskommission im Interesse der Institutionen den Rücktritt an. Die Modalitäten werde ich direkt mit dieser besprechen.“

    Lauber hatte Infantino 2016 und 2017 mehrmals getroffen, ohne den Inhalt der Gespräche zu dokumentieren. Bei den Ermittlungen ging es unter anderem um die Vergaben der Fußball-WM 2018 und 2022. Das BVGer-Urteil kann dem Gremium zufolge beim Bundesgericht angefochten werden.

    mo/mt

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