07:13 25 November 2020
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    Die US-Denkfabrik Cato Institute mit Sitz in Washington, D.C., hat eine Umfrage zur politischen Meinungsäußerung unter den US-Amerikanern aus unterschiedlichen sozialen Gruppen veröffentlicht.

    Der am Mittwoch publizierten Studie zufolge gaben fast zwei Drittel der Recherche-Teilnehmer (62 Prozent) zu, das derzeitige politische Klima hindere sie daran, Ideen zum Ausdruck zu bringen, weil andere diese als „beleidigend“ empfinden könnten.

    Der Anteil der Amerikaner, die „sich selbst zensurieren“, stieg nach Angaben des Instituts seit 2017 um vier Prozent.

    Ergebnisse für Teilnehmer mit unterschiedlichem sozialem und politischem Background

    Die Angst vor dem Ausdrücken politischer Ansichten sei parteiübergreifend. Trotzdem sei die Tendenz stärker bei Republikanern (77 Prozent) als bei Demokraten oder Fraktionslosen (52 bzw. 59 Prozent). Eine Ausnahme hätten überzeugte Liberale gebildet: 58 Prozent von den Probanden, die diese politischen Ansichten teilen, hätten gesagt, sie fühlen, sie könnten das sagen, was sie denken.

    Selbst-Zensur sei unter unterschiedlichen demografischen Gruppen verbreitet. Fast zwei Drittel der befragten Hispanic/Latinos (65 Prozent) und Weißen (64 Prozent) sowie fast die Hälfte der afroamerikanischen Studieteilnehmer (49 Prozent) hätten gesagt, Meinungen zu haben, die sie Angst hätten, ausdrücken.

    Dies betreffe auch die meisten Probanden (65 Prozent) und Probandinnen (59 Prozent) sowie Befragte mit einem Einkommen von mehr als 100.000 US-Dollar (60 Prozent) sowie jene mit einem Einkommen von weniger als 20.000 Dollar.

    Bangen um den Job

    Fast ein Drittel – 32 Prozent – berufstätiger Recherche-Teilnehmer glauben laut Cato Institute, dass sie durch das Bekanntwerden ihrer politischen Anschauungen ihren Job verlieren könnten oder dass ihnen dann Karrieremöglichkeiten entgehen könnten. Die Bedenken seien stärker unter den jüngeren Befragten sowie unter den Teilnehmern mit dem höchsten Bildungsabschluss.

    Die Recherche sei in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut YouGov vom 1. bis zum 6. Juli 2020 abgehalten worden. An der Umfrage nahmen 2000 Volljährige teil. Die maximale Schwankungsbreite der Ergebnisse liege bei plus/minus 2,36 Prozent, die Vertrauenswahrscheinlichkeit bei 95 Prozent.

    mo/mt

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