00:42 29 November 2020
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    Der polnische Premierminister Mateusz Morawiecki ist der Ansicht, dass die Kämpfer gegen die Homophobie die Grenzen des Zulässigen überschritten haben, als sie Regenbogenfahnen an Warschauer Denkmälern anbrachten.

    Letzte Nacht hängten Unbekannte Regenbogenfahnen der LGBT-Gemeinschaft an mehrere Warschauer Denkmäler. Nach Angaben der Polizei handelt es sich insbesondere um die Denkmäler für Nicolaus Copernicus, Jan Kiliński und die Warschauer Meerjungfrau. Später wurde im Internet ein Manifest veröffentlicht, das erklärt, dass die Aktion im Rahmen des „Kampfes gegen Homophobie“ durchgeführt worden sei.

    „Die Hauptbedingung jeder zivilisierten Diskussion über die Toleranz ist die Definition der Grenzen dieser Toleranz. Ist es möglich, jedes, selbst das bilderstürmerischste Verhalten durch einen Kampf um die eigene Sicht der Welt zu rechtfertigen? Rechtfertigt der Zweck die Mittel? Definitiv nicht!“, schrieb Morawiecki auf Facebook.

    „Jede der Parteien des großen ideologischen Streits unserer Zeit, der auf der ganzen Welt zunimmt und dessen Folgen wir auch in Polen spüren, muss verstehen, dass es bestimmte unpassierbare Grenzen des Aggressionsniveaus gibt“, betonte er.

    Nach Ansicht des polnischen Premierministers „führen solche Vandalen-Handlungen, die wir gestern in Warschau beobachtet haben, zu nichts Gutem, und sie haben ein Ziel – die Gesellschaft noch mehr zu spalten“.

    „Ich werde das nicht zulassen! In Polen werden wir die Fehler des Westens nicht zulassen. Wir alle sehen, wozu Toleranz gegenüber Barbarei führt. Toleranz bedeutet auch Gegenseitigkeit. Wenn sie die Ideale der Mehrheit nicht respektiert, bringt eine Minderheit, anstatt Anhänger zu vereinen, ausschließlich Feinde hervor“, schloss Morawiecki.

    Der polnische Präsident Andrzej Duda sagte kürzlich unverblümt, dass er gleichgeschlechtliche Ehen und die Adoption von Kindern durch gleichgeschlechtliche Paare in seinem Land nicht zulassen werde. Dies rief eine heftige negative Reaktion in der LGBT-Gemeinschaft und im liberalen Umfeld in Polen hervor.

    ek/sb/sna

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    Tags:
    Denkmäler, Toleranz, LGBT, Polen, Mateusz Morawiecki