06:54 03 Dezember 2020
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    Das Amtsgericht Kassel hat am Montag den 65-jährigen Biologie-Professor Ulrich Kutschera der Beleidigung von Homosexuellen schuldig gesprochen und eine Geldstrafe von 6.000 Euro verhängt.

    Wie der Richter sagte, sind Kutscheras Äußerungen nicht durch die Freiheit der Wissenschaft gedeckt.

    „Es kommt auch auf den Zusammenhang an“, so der Richter.

    So habe sich der Evolutionsbiologe in einem Interview geäußert und nicht in einer Vorlesung. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

    Biologie-Professor wegen Äußerungen über Homosexuelle vor Gericht

    Ende Juli hatte im Amtsgericht Kassel erneut ein Prozess gegen den Biologie-Professor Ulrich Kutschera wegen umstrittener Äußerungen über Homosexuelle begonnen. Die Anklage beschuldigte ihn der Volksverhetzung in Tateinheit mit Beleidigung und Verleumdung. Indes sah das Gericht den Vorwurf der Volksverhetzung nicht als stichhaltig an.

    Kutschera stand im Prozess zu seinen Zitaten. Er warf den Kritikern und der Staatsanwaltschaft vor, diese falsch zu verstehen und aus dem Kontext zu reißen. Im Grunde gehe es Kutschera um eines, sagte sein Anwalt: „Er hegt Befürchtungen hinsichtlich psychischer Probleme bei Kindern aus gleichgeschlechtlichen Partnerschaften.“

    Es war der zweite Prozess wegen der Äußerungen. Der erste war vor einem Jahr wegen Terminproblemen geplatzt.

    Kutschera ist Evolutionsbiologe an der Universität Kassel. Die Vorwürfe gegen ihn beziehen sich auf ein Interview, das 2017 auf dem Portal kath.net erschien. Es drehte sich um das Thema „Ehe für alle“, also auch Eheschließungen von Personen gleichen Geschlechts.

    Unter anderem hatte Kutschera erklärt: „Sollte das Adoptionsrecht für Mann-Mann- bzw. Frau-Frau-Erotikvereinigungen kommen, sehe ich staatlich geförderte Pädophilie und schwersten Kindesmissbrauch auf uns zukommen.“

    ns/dpa/gs  

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    Tags:
    Urteil, Geldstrafe, Beleidigung, Homosexuelle, Ulrich Kutschera, Deutschland