23:33 18 September 2020
SNA Radio
    Gesellschaft
    Zum Kurzlink
    Von
    0 174
    Abonnieren

    Nach über dreimonatigem Shutdown „öffnen Hotels, Pensionen und Gaststätten in Sachsen-Anhalt wieder“, so aktuelle Medienberichte. Viele Touristen und Urlauber würden diese Angebote nun nutzen. Eine Magdeburger Zeitung schreibt sogar schon von einem „Tourismus-Boom“ in dem ostdeutschen Bundesland.

    „Fast drei Monate waren Hotels und Gastronomien aufgrund der Corona-Krise geschlossen. Nun boomt der Tourismus in Sachsen-Anhalt.“ Das berichtete am Donnerstag die Magdeburger Zeitung „Volksstimme“ zum aktuellen Tourismus-Boom in dem ostdeutschen Bundesland.

    Laut offiziellen Statistiken von Sachsen-Anhalt empfing das Land im vergangenen Jahr 2019 mehr als 3,6 Millionen ankommende Urlauber bei 8,6 Millionen Übernachtungen. Darunter waren fast 600.000 Touristen aus dem Ausland.

    Wie viele es im Jahr der Corona-Krise werden, ist statistisch noch nicht erfasst.

    Doch: Die große Flaute im Tourismus sollte trotz der aktuellen Pandemie wohl ausbleiben.

    Zumindest dem Zeitungsbericht nach:

    „Betritt man den Campingplatz am Barleber See (liegt am nördlichen Stadtrand der Landeshauptstadt Magdeburg, Anm. d. Red.), sieht man sofort, dass der Platz gut besucht ist. Kinder fahren mit ihren Rollern die Wege entlang, die Erwachsenen haben die Tische vor ihre Wohnwagen gestellt und sitzen gemütlich beisammen. (...) Eheleute sind aus Nordhessen angereist. (...) Eine große Rundreise bis an die polnische Ostsee hätten die Eheleute zusammen gemacht.“ Nun seien sie von Brandenburg gekommen. „Ihren nächsten Stopp wollen sie am Campingplatz in Tangermünde einlegen.“

    In den vergangenen Jahren seien viele Niederländer dagewesen. Diese wären nun kaum vertreten. Es seien viele Magdeburger mit ihrem Wohnmobil oder Wohnwagen hier. „Aber auch Rückkehrer von der Küste aus angrenzenden Bundesländern halten hier zur Erholung an.“ Darüber hinaus gebe es „relativ viele neue Dauercamper“.

    Diese Entwicklung sei sicher eine Folge des Coronavirus, so ein Sprecher der Verwaltung des Campingplatzes am Barleber See.

    Auch der Tourismus im Harz „merkt, dass in diesem Jahr viele neue Besucher (...) unterwegs sind“. Sowohl Menschen aus anderen Bundesländern als auch englischsprechende Urlauber würden das Mittelgebirge und den Brocken besuchen.

    „Auch die Tourismusinformationen der Städte Havelberg (bei Stendal, Anm. d. Red.) und Naumburg vermelden im Juli mehr Besucher als sonst.“ Dies werde beispielsweise am Straßenbild oder an der starken Nachfrage nach Unterkünften deutlich. Ein Sprecher „der Tourismusinformation in Naumburg teilt mit, dass manche Unterkünfte für Juli im Vergleich zum Vorjahr eine 30-prozentige Steigerung vermelden als im Jahr zuvor“.

    Doch es gebe auch skeptische Stimmen. So zeigte sich ein hochrangiger Vertreter der „Dehoga“ (Deutscher Hotel- und Gaststättenverband) in Sachsen-Anhalt zurückhaltend. Er glaube nicht daran, dass 2020 mehr Touristen nach Sachsen-Anhalt gekommen seien als in den Jahren zuvor:

    „Den starken Rückgang an Besuchern im Frühjahr wird man nicht mehr aufholen.“

    Zwar hätte „in einigen Regionen wie dem Harz und dem Burgenland der Tourismus wieder Fahrt aufgenommen. Einige Hotels jedoch in Städten, die für Familien nicht so attraktiv sind, haben noch immer geschlossen.“

    Der „Dehoga Bundesverband“ ist nach Eigendarstellung der Branchenverband des deutschen Hotel- und Gaststättengewerbes. Mit 65.000 Mitgliedern sehe er sich als Interessenvertreter des Gastgewerbes gegenüber Politik, Medien und Öffentlichkeit.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    „Machen uns sehr angreifbar“: CSU-Urgestein und Rechtsanwalt Gauweiler zum Fall Nawalny – Exklusiv
    Fall Nawalny: Deutsche Eliten und „Ausdruck eines Niedergangs“ – Experte Fischer knallhart
    Fall Nawalny: Deutschland und OPCW weichen Antworten auf Russlands Fragen aus – Lawrow
    Tags:
    Coronavirus, Tourismus, Sachsen-Anhalt