15:51 19 September 2020
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    Bei starken Regelschmerzen können Arbeitnehmerinnen des indischen Essenslieferdienstes Zomato künftig bis zu zehn Tage im Jahr bezahlt freinehmen. Diese Ankündigung des Firmenchefs hat in Indien lebhafte Diskussionen auf den sozialen Netzwerken entfacht.

    In Indien ist die Menstruation ein großes Tabu-Thema, Frauen gelten während ihrer Blutung als unrein und sollen dann beispielsweise keine Tempel betreten oder bestimmtes Essen berühren. Wie der Firmenchef kürzlich mitteilte, sollte Periodenurlaub nicht mit Scham oder Stigma behaftet sein. „Du solltest Menschen in internen Gruppen oder E-Mails einfach sagen können, dass du gerade einen Tag Periodenurlaub nimmst.“ Frauen, aber auch Transgender-Leute können in dem Unternehmen  jeweils einen Tag pro Zyklus freinehmen - und das zehn Mal im Jahr.

    ​Angellica Aribam, die Gründerin einer indischen Organisation, die Frauen in der Politik fördert, schrieb auf Twitter: „Heute können einige Perioden-Urlaub wohl nicht richtig verstehen, genauso wie viele mal gegen Mutterschutzurlaub protestiert hatten.“ Sie ist überzeugt, dass das eines Tages normal sein werde.

    ​Die indische Journalistin und „Washington Post“-Kommentatorin Barkha Dutt vertrat die entgegengesetzte Meinung. „Wir können nicht der Infanterie beitreten, über Krieg berichten, Kampfflugzeuge fliegen, in den Weltraum gehen, keinen Exzeptionalismus wollen und Periodenurlaub wollen“, schrieb sie.

    ls/mt

     

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    Tags:
    Zomato, Indien