16:54 18 September 2020
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    Aus Protest gegen Seouls Reformpläne für das Gesundheitswesen haben südkoreanische Ärzte am Freitag die Arbeit niedergelegt. Ärzte und Medizinstudenten nahmen landesweit an Demonstrationen teil, berichtet ein Sputnik-Korrespondent.

    Mehr als 28.000 Menschen beteiligten sich an Kundgebungen in der Hauptstadt Seoul sowie in Busan, Daegu, Gwangju, Daejeon und anderen Orten. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums des Landes wurden 31 Prozent der Kliniken am Freitag geschlossen: 10.584 von insgesamt 33.836.

    Auslöser der Proteste ist unter anderem eine von der Regierung geplante Ausweitung der Studienplätze im Fach Medizin und die Einrichtung öffentlicher Medizinhochschulen. Demnach soll die Zahl der Medizinstudenten in den nächsten zehn Jahren insgesamt um 4000 ansteigen.

    Aus der Sicht der Demonstranten werden die angekündigten Maßnahmen nur zum Anstieg der Preise für medizinische Behandlung sowie zur Arbeitslosigkeit unter Ärzten führen. Zudem sprach sich der Ärzteverband KMA, der Organisator der Proteste, dagegen aus, dass Krankenversicherungen die Kosten für Arzneien der traditionellen koreanischen Medizin übernehmen. Für Unmut sorgten auch Pläne der Regierung für die Einführung der Online-Behandlung.

    Der Verband kündigte weitere Streiks vom 26. bis zum 28. August an, falls seine Forderungen nicht erfüllt werden.

    Coronavirus

    Nach jüngsten Angaben der US-amerikanischen Johns Hopkins University (JHU) beträgt die Gesamtzahl der Coronavirus-Fälle mehr als 20 Millionen weltweit. Davon sind bislang 760.889 Corona-Patienten gestorben.

    In Südkorea haben sich demnach seit Beginn der Pandemie 14.873 Menschen nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt dort nach JHU-Angaben nun bei 305.

    mo/mt/sna

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