03:15 29 Oktober 2020
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    Die bekannte Zigeunersauce der Marke Knorr soll angesichts der Diskussion über rassistische Begriffe und Namen nun umbenannt werden.

    „In ein paar Wochen finden Sie diese als ‚Paprikasauce Ungarische Art‘ im Regal“, teilte der Mutterkonzern Unilever auf Anfrage der „Bild am Sonntag“ mit.

    „Da der Begriff ‚Zigeunersauce‘ negativ interpretiert werden kann, haben wir entschieden, unserer Knorr Sauce einen neuen Namen zu geben“, so Unilever.

    Der Zentralrat der Deutschen Sinti und Roma hat diese Entscheidung begrüßt.

    „Es ist gut, dass Knorr hier auf die Beschwerden offenbar vieler Menschen reagiert“, teilte der Vorsitzende Romani Rose der Zeitung mit.

    Er bemerkte zudem, dass ihn selbst der zunehmende Antiziganismus in Deutschland und in Europa tief besorgt mache.

    „Für den Zentralrat sind vor diesem Hintergrund Zigeunerschnitzel und Zigeunersauce nicht von oberster Dringlichkeit“, so Rose.

    Viel wichtiger sei es, Begriffe wie „Zigeuner“ in Verbindung mit dem Kontext einzuschätzen, „wenn etwa in Fußballstadien ‚Zigeuner‘ oder ‚Jude‘ mit offen beleidigender Absicht skandiert wird“.

    Viele Menschen fühlen sich offenbar nicht durch die als rassistisch wahrgenommenen Namen von Betrieben gestört. Dies zeigte eine von dem Meinungsforschungsinstitut Civey für die „Augsburger Allgemeine“ durchgeführte Umfrage. Diese wurde bereits am Dienstag veröffentlicht.

    Demnach hatten sich in Bayern fast drei Viertel der an der Umfrage Beteiligten gegen Änderungen der Namen geäußert, 15,5 Prozent stimmten dafür. Landesweit waren die Zahlen fast so wie in Bayern.

    In dem Fall war der Anlass für die Umfrage des Blattes unter anderem die Namensänderung des Hotels „Drei Mohren“ in Augsburg. Aktuell heißt es nun „Maximilian’s“.

    ek/mt/dpa

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    Tags:
    Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma, Begriffe, Namen, Änderung, Umbenennung