04:36 29 Oktober 2020
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    Die in Weißrussland festgenommenen russischen Staatsbürger haben bei ihrer Rückkehr nach Russland gegenüber dem Fernsehsender Rossija 24 mitgeteilt, wieso es dazu gekommen ist, dass sie sich nach Weißrussland begeben haben.

    Laut einem der in Weißrussland Festgenommenen habe sein Kollege auf eine Anzeige auf Avito (Russischer Onlinemarktplatz) geantwortet. Ein gewisser Sergej Petrowitsch habe sich dort  als Kurator vorgestellt und angeboten, bei der Bewachung von Ölobjekten in verschiedenen Ländern zu arbeiten. Zunächst handelte es sich um Libyen und Syrien, der Kurator habe mit einer syrischen Nummer angerufen. Zuerst habe „Sergej Petrowitsch“ angeboten, zur Bewachung 30 Menschen heranzuziehen, dann sei die Zahl auf 60 und später auf 90 gestiegen. Schließlich sollte man 180 Menschen finden, gab ein Festgenommener an. Die Mitarbeiter sollten Kampferfahrungen haben – vor allem im Donbass und in Syrien.

    Eine gewisse Larisa Samarina sei für die Logistik von Moskau bis zum Zielpunkt in Syrien verantwortlich gewesen, geht aus der Erzählung der Festgenommenen hervor.

    Danach aber seien sie informiert worden, dass Sergej Petrowitsch gestorben sei und für sie ein neuer Kurator mit dem Namen Artur bestimmt worden sei. Artur teilte seinerseits mit, dass es nun um die Bewachung von „Rosneft“-Objekten in Venezuela gehe.

    „Einen Tag vor dem Abflug sagte Samarina, dass sie es nicht schaffe, die Routen Minsk-Istanbul-Havanna-Caracas so anzukoppeln, damit wir uns nicht lange in der Transitzone der Türkei befinden würden. Sie sagte, dass sie neue Tickets für den 30. (Juli – Anm. d. Red.) buchen würde. Wir haben diese erhalten, und sie schlug vor, uns vorläufig ins Sanatorium 'Belorusotschka' zum Ausruhen zu begeben“, berichtete ein Gesprächspartner gegenüber Rossija 24. 

    Den Worten der Russen zufolge hätten sie sich dort angemessen verhalten. 

    Die Russen erwarteten keine Überraschungen 

    „Alle schliefen. Plötzlich gab es ein Gepolter, die Türen wurden eingeschlagen, alle Gesichter auf den Boden (gedrückt – Anm. d. Red.), Waffen wurden auf uns gerichtet, Laken auf den Kopf (gehängt – Anm. d. Red.)“, fuhr er fort. 

    Sie hätten den Eindruck gehabt, dass es sich um einen Irrtum gehandelt habe. „Die Leute haben nicht verstanden, was überhaupt los war, [sie hatten] das Gefühl, das alles sei surreal“, so ein Gesprächspartner. 

    „Die ersten drei Tage wurden wir hart behandelt: Sie (Weißrussen – Anm. d. Red.) meinten, wir seien Kämpfer und bereiten eine Flucht vor, könnten aufbegehren und die Wache vernichten. Nach drei Tagen wurde ich informiert, dass ich verdächtigt werde, massenhafte Ausschreitungen und bewaffneten Widerstand gegen die Strafverfolgungsbehörden Weißrusslands vorzubereiten“, erzählte ein russischer Bürger. 

    Die Festgenommenen hätten von der Präsidentschaftswahl in Weißrussland keine Ahnung gehabt. „Für uns war es ein Transitland, das mit Russland befreundet ist, und niemand erwartete Überraschungen von den Geheimdiensten“, erklärten die Russen. 

    Festnahme russischer Staatsbürger 

    Ende Juli waren in Weißrussland 33 Russen festgenommen worden, denen die Behörden des Landes vorgeworfen hatten, Ausschreitungen vorbereitet zu haben. Nach Darstellung der weißrussischen Seite sollen die Festgenommenen Kämpfer des privaten russischen Militärunternehmens Wagner gewesen sein.

    Ferner hatte die russische Zeitung „Komsomolskaja Prawda“ unter Berufung auf eine Quelle in Russlands Geheimdiensten geschrieben, die Festnahme der 33 Russen in Weißrussland soll eine Provokation der ukrainischen Geheimdienste gewesen sein, um einen Keil in die Beziehungen zwischen den beiden Ländern zu treiben.

    ao/mt/sna

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    Details, Russland, Festnahme, Weißrussland