06:29 21 September 2020
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    Die Ärzte des Krankenhauses in der sibirischen Stadt Omsk, in dem Alexej Nawalny derzeit behandelt wird, haben der Überstellung des Kremlkritikers nach Deutschland zugestimmt. Zuvor hatte es geheißen, Nawalny sei transportunfähig.

    Als wahrscheinlich gilt, dass der 44-Jährige nun bald mit einem Spezialflugzeug nach Berlin in die Charité gebracht wird.

    „Die deutsche Brigade hat Nawalny für  transportfähig gehalten. Wir haben aber zu dieser Zeit gemeinsam beschlossen, die Frage als verfrüht zu betrachten“, sagte der stellvertretende Chefarzt der Klinik in Omsk, Anatoli Kalinitschenko, gegenüber Journalisten.  

    „Die Verwandten bitten um eine Verlegung in ein anderes Krankenhaus. Sie nehmen dieses Risiko auf sich. Wir haben keine Einwände“, sagte er.

    Den Zustand des Kremlkritikers beschrieb er als „stabil“.

    Zuvor hatten die russischen Mediziner einen Transport noch abgelehnt, weil der Zustand des Patienten keinen Flug erlaube. Dagegen hatten deutsche Ärzte keine Bedenken, wie das Team um den Oppositionellen mitteilte.

    Die Sondermaschine aus Deutschland mit Ärzten und Ausrüstung an Bord war zuvor in Omsk gelandet. Unklar war, wann genau der Kreml-Kritiker nun nach Berlin geflogen wird. Die Verlegung in ein anderes Krankenhaus sei noch am Freitag geplant, sagte Kalinitschenko.

    Verdacht auf Vergiftung

    Nawalny war am Donnerstagmorgen von Tomsk nach Moskau unterwegs. Während des Fluges soll er sich plötzlich sehr schlecht gefühlt haben, woraufhin das Flugzeug umgehend in der Stadt Omsk notgelandet ist. Nawalny soll noch an Bord das Bewusstsein verloren haben. Derzeit befindet sich der Mann auf der Intensivstation, liegt im Koma und muss künstlich beatmet werden. Laut den Ärzten ist sein Zustand ernst, aber stabil.

    Das Umfeld von Nawalny geht von einer Vergiftung aus. Laut der Sprecherin Kira Jarmysch von Nawalny wurde ihm etwas „in den Tee gemischt“, denn das sei das Einzige gewesen, was er am Morgen zu sich genommen habe.

    Der stellvertretende Leiter des Omsker Krankenhauses, Anatoli Kalinitschenko, teilte mit, dass in Nawalnys Blut und Urin kein Gift oder Spuren davon entdeckt worden seien. Angaben zufolge würden derzeit fünf Arbeitsdiagnosen untersucht. Die Omsker Ärzte geben als vorläufige Diagnose eine Stoffwechselstörung an. Diese soll ein drastisches Absinken des Blutzuckerspiegels verursacht haben. 

    ns/dpa/sna/gs       

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    Kira Jarmysch, Krankenhaus, Verlegung, Alexej Nawalny, Deutschland, Russland