15:33 19 September 2020
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    Zum Gedenken an die Opfer des rassistisch motivierten Anschlags in Hanau vor einem halben Jahr haben sich am Samstag rund 250 Menschen zu einer Kundgebung in der Hanauer Innenstadt versammelt.

    Unter den Anwesenden waren auch Angehörige der Anschlagsopfer, die ebenso wie andere Teilnehmer Schilder mit Porträts der Getöteten und Aufschriften wie „Wir fordern: Erinnerung, Gerechtigkeit, Aufklärung, Konsequenzen“ hochhielten.

    Zuvor war eine Demonstration mit Tausenden Teilnehmern geplant. Die Organisatoren der „Initiative 19. Februar“ riefen ursprünglich zu der Kundgebung auf, zu der auch Gruppen aus dem gesamten Bundesgebiet anreisen wollten.

    Am Vorabend untersagte die Stadt Hanau die Demonstration jedoch wegen stark gestiegener Corona-Infektionszahlen. Zugleich teilte sie mit, dass den Angehörigen auf einer Alternativ-Veranstaltung mit einer auf 249 Menschen beschränkten Teilnehmerzahl die Möglichkeit gegeben werden sollte, zu sprechen. Diese Zahl wurde im zugewiesenen Bereich vor einer Bühne weitgehend eingehalten; in größerem Abstand drum herum standen noch einmal circa 100 Menschen.

    Vertreter der Initiative riefen zu Beginn der Veranstaltung dazu auf, zum Schutz vor Covid-19 und zur Einhaltung der Vorgaben Masken zu tragen und den Mindestabstand einzuhalten. Die Stimmung zum Auftakt der Veranstaltung war friedlich.

    Kleine Kundgebungen sollen auch in anderen Städten Deutschlands geplant worden sein. Die „Initiative 19. Februar“ verlegte die Gedenkveranstaltung teilweise ins Internet. Der Livestream wurde etwa in Frankfurt Medienberichten zufolge an mehreren Orten ausgestrahlt.

    User reagieren auf Absage der Massendemo

    Viele Aktivisten, darunter die ehemalige deutsche Seenotretterin Carola Rackete, und Internetbenutzer reagierten auf das Verbot einer großen Demo mit Enttäuschung und Wut. Es wurde auf Massenkundgebungen gegen zur Pandemie-Eindämmung verhängte Maßnahmen hingewiesen, die in vielen deutschen Städten verlaufen waren.

    Einige User betonten jedoch, dass die Anzahl der Infizierten in Hanau sprunghaft angestiegen sei. Laut dem Reporter und Twitterer unter dem Namen Heiko Schneider haben die meisten Menschen in Hanau „Verständnis für die Absage – so traurig und unglücklich sie das auch finden“.

    ​Terroranschlag von Hanau

    Am 19. Februar hatte in Hanau ein 43 Jahre alter Deutscher neun Menschen mit ausländischen Wurzeln getötet, weitere Menschen wurden verletzt. Der Täter soll auch seine Mutter umgebracht haben, bevor er sich selbst tötete. Vor der Tat hatte er Pamphlete und Videos mit Verschwörungstheorien und rassistischen Ansichten im Internet veröffentlicht.

    mo/mt/dpa

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