08:45 30 September 2020
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    Die Mitarbeiter des prominenten Kremlkritikers Alexej Nawalny haben ihre für Sonntag angekündigte Auskunft über die mögliche Vergiftung des Oppositionellen auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. „Wir werden das aber definitiv später machen“, schrieb Leonid Wolkow am Sonntagnachmittag auf Twitter.

    Genaue Gründe für die Verschiebung nannte er nicht. Wolkow arbeitet für Nawalnys so genannten Fonds zur Bekämpfung zur Korruption und ist einer seiner engsten Vertrauten. Er hatte am Sonntag auch dessen Frau Julia in die Berliner Universitätsklinik Charité begleitet.

    Zuvor hatten er und Nawalnys Sprecherin Kira Jarmysch angekündigt, in ihrem Internetkanal über die mögliche Vergiftung des Kremlkritikers sprechen zu wollen.

    „Wir werden alles erzählen, was zurzeit über Alexejs Vergiftung bekannt ist“, schrieb Jarmysch ursprünglich.

    Wann das nun sein wird, war zunächst nicht bekannt.

    Auch Charité-Ärzte wollen sich zu Nawalnys Zustand äußern

    Auch die Ärzte der Berliner Uniklinik Charité, wo der russische Oppositionelle am Samstagmorgen eingetroffen war, bereiten eine Mitteilung über Nawalnys Gesundheitszustand vor. Diese wird laut der Pressesprecherin des Klinikums, Manuela Zingl, wahrscheinlich am Montag erscheinen. 

    Zingl betonte auch, dass das genaue Format aufgrund der Corona-Einschränkungen „noch besprochen wird“ – es sei also noch unklar, ob dies eine Pressekonferenz oder eine schriftliche Mitteilung sein werde.

    Verdacht auf Vergiftung

    Nawalny war am Donnerstagmorgen von Tomsk nach Moskau unterwegs. Während des Fluges soll er sich plötzlich sehr schlecht gefühlt haben, woraufhin das Flugzeug umgehend in der Stadt Omsk notgelandet ist. Nawalny soll noch an Bord das Bewusstsein verloren haben. Der Politiker befand sich auf der Intensivstation, lag im Koma und musste künstlich beatmet werden. Das Umfeld von Nawalny geht von einer Vergiftung aus. Laut Nawalnys Sprecherin Kira Jarmysch wurde dem Politiker etwas „in den Tee gemischt“, denn das sei das Einzige gewesen, was er am Morgen zu sich genommen habe.

    Der stellvertretende Leiter des Omsker Krankenhauses, Anatoli Kalinitschenko, teilte mit, dass in Nawalnys Blut und Urin kein Gift oder Spuren davon entdeckt worden seien. Angaben zufolge hätte man fünf Arbeitsdiagnosen untersucht.

    Die Omsker Ärzte gaben als vorläufige Diagnose eine Stoffwechselstörung an. 

    Das Flugzeug mit Nawalny an Bord landete am frühen Samstagmorgen in Berlin. Der Kremlkritiker wurde danach mit einem Spezialtransporter der Bundeswehr ins Krankenhaus gebracht.

    jeg/dpa

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    Tags:
    Auskunft, Zustand, Berlin, Alexej Nawalny