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    Fall Nawalny: Streit um Vergiftung des Kreml-Kritikers (100)
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    Der russische Kreml-Kritiker Alexej Nawalny wird laut dem Filmproduzent Jaka Bizilj, der den Flug Nawalnys nach Berlin organisiert hatte, mindestens ein bis zwei Monate politisch außer Gefecht sein. Nawalnys Sprecherin Kira Jarmysch rief in diesem Hinblick jedoch dazu auf, nicht auf unwahre Mitteilungen zu reagieren.

    Bizilj erwarte – wie es auch bei Pjotr Verzilow gewesen sei, – dass Nawalny ein bis zwei Monate handlungsunfähig sein werde; dies erklärte er gegenüber RIA Novosti. Er betonte, dass dies keine Angaben von Ärzten, sondern ein Vergleich zu der Situation mit Vezilow gewesen sei. Zudem bestätigte Bizilj, dass der russische Unternehmer Boris Zimin die Kosten für den Transport von Nawalny übernommen habe.

    „Aus meiner Sicht ist die entscheidende Frage, ob er das unbeschadet übersteht und seine Rolle weiter einnehmen kann“, sagte der Filmproduzent im Politik-Talk „Die richtigen Fragen“ auf „Bild live“. 

    Die Sprecherin des Kremlkritikers, Kira Jarmysch, zeigte sich erstaunt über diese Mitteilung. Sie schrieb auf Twitter hinzu: 

    „Alexejs Familie hat niemanden beauftragt, der Presse etwas über seine Gesundheit mitzuteilen. Derzeit gibt es keine Details zu Alexejs Gesundheit. Wir bitten alle darum, Geduld zu wahren und nicht auf unwahre Mitteilungen zu reagieren. Sobald verifizierte Informationen auftauchen, werden wir Sie umgehend informieren.“

    Nawalnys Erkrankung

    Alexej Nawalny war am Donnerstagmorgen von Tomsk nach Moskau unterwegs. Während des Fluges soll er sich plötzlich sehr schlecht gefühlt haben, woraufhin das Flugzeug umgehend in der Stadt Omsk notgelandet ist. Nawalny soll noch an Bord das Bewusstsein verloren haben.

    Der Mann befand sich auf der Intensivstation, lag im Koma und musste künstlich beatmet werden. Das Umfeld von Nawalny geht von einer Vergiftung aus. Laut Nawalnys Sprecherin Kira Jarmysch wurde dem russischen Blogger etwas „in den Tee gemischt“, denn das sei das Einzige gewesen, was er am Morgen zu sich genommen hätte.

    Der stellvertretende Leiter des Omsker Krankenhauses, Anatoli Kalinitschenko, teilte mit, dass in Nawalnys Blut und Urin kein Gift oder Spuren davon entdeckt worden seien. Angaben zufolge hatte man fünf Arbeitsdiagnosen untersucht.

    Die Omsker Ärzte gaben als vorläufige Diagnose eine Stoffwechselstörung an. Diese soll ein drastisches Absinken des Blutzuckerspiegels verursacht haben.

    Am 21. August hatten die Ärzte der Überstellung des Kremlkritikers nach Deutschland zugestimmt. Die Ärzte der Berliner Uniklinik Charité, wo der russische Oppositionelle am Samstagmorgen eingetroffen war, werden wahrscheinlich am Montag über Nawalnys Gesundheitszustand berichten.

    ao/sb/dpa/sna

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