17:17 18 September 2020
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    Eine wenn auch knappe Mehrheit der Erwachsenen in Deutschland (52 Prozent) möchte einer neuen Umfrage zufolge auch im Corona-Jahr Weihnachtsmärkte in Deutschland. Die Bundesregierung hatte vergangene Woche Großveranstaltungen bis zum 31. Dezember verboten. Weihnachtsmärkte und Karnevalsfeiern sollen bisher nicht davon betroffen sein.

    Zwei von fünf Personen (41 Prozent) sind laut einer YouGov-Umfrage der Ansicht, dass die traditionellen Weihnachtsmärkte im November und Dezember unter Einhaltung von Corona-Hygienekonzepten stattfinden sollten. 11 Prozent sagen sogar, sie sollten „auch ohne Einhaltung von Corona-Hygienekonzepten“ stattfinden. Befragt wurden fast 1100 Personen.

    38 Prozent sagen dagegen, dass Weihnachtsmärkte aufgrund der Corona-Infektionsgefahr bundesweit grundsätzlich verboten werden sollten - im Osten sagt das jeder Dritte (33 Prozent), im Westen immerhin 39 Prozent.

    Weihnachtsmärkte sollten auch ohne Corona-Hygienekonzept stattfinden - das befürworten übrigens nur 7 Prozent der Frauen, aber immerhin 14 Prozent der Männer. Bei den Jüngeren (18 bis 24 Jahre) ist gut ein Viertel dafür (27 Prozent), nach Altersgruppen am wenigsten sind die 45- bis 54-Jährigen dafür (5 Prozent). Bei den Leuten über 55 sagen es 7 Prozent. Nach Parteipräferenzen geordnet sind am deutlichsten Anhänger der AfD dieser Meinung (29 Prozent), gefolgt von denen der Union (9), Linken (8), Grünen und SPD (je 3) und FDP (2).

    Entscheidung über Weihnachtsmärkte und Karneval vertagt

    Kanzlerin Angela Merkel (CDU) will erst später über die Zulassung von Karnevalsveranstaltungen und Weihnachtsmärkten in der Corona-Pandemie entscheiden. Das werde und müsse heute nicht entschieden werden, sagte Merkel vergangenen Donnerstag in ihren Beratungen mit den Ministerpräsidenten der Länder über Maßnahmen gegen die steigenden Infektionszahlen mit dem Corona-Virus. Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder habe ihr zugestimmt. Er sei nie für eine Totalabsage von Fasching oder Karneval gewesen, habe er erklärt.

    Sachsen habe in der Runde auf die Zulassung von Weihnachtsmärkten gedrängt, hieß es weiter - offensichtlich vor dem Hintergrund von Befürchtungen, der berühmte Dresdner Weihnachtsmarkt müsse abgesagt werden.

    Thüringen will durchziehen, Köln sagt ab

    Debatten über Weihnachtsmärkte und Karnevalsfeiern in Corona-Zeiten gibt es in mehreren Bundesländern. Es gab auch schon Absagen und geänderte Konzepte.

    So fällt der beliebte Weihnachtsmarkt am Kölner Dom wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr aus. „Wir haben den Markt abgesagt und die Mieter mit einem Schreiben darüber informiert“, sagte die Geschäftsführerin der Kölner Weihnachtsgesellschaft, Monika Flocke, am Donnerstag auf dpa-Anfrage.

    Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) will dagegen trotz der Corona-Pandemie Karneval und Weihnachtsmärkte erlauben. „Wir klären das Wie und nicht das Ob“, sagte Ramelow am Montag in Erfurt nach einem Treffen mit dem Thüringer Vorsitzenden des Landesverbandes der Karnevalsvereine. Der Verband habe bereits drei Konzepte erarbeitet und vorgelegt, über die man nun sprechen wolle, sagte Ramelow.

    „Ich kann mir Karneval vorstellen und ich kann mir Weihnachtsmärkte vorstellen, weil ich mir das Leben vorstellen möchte“,

    machte Ramelow klar. Das Virus sei gefährlich, daher müsse man vermeiden, was ein leichtfertiges Weitergeben verursachen könne.

    as/dpa

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    Tags:
    Coronavirus, Deutschland, Weihnachtsmarkt