15:36 30 November 2020
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    Laut der gemeinsamen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) und der Universität Bielefeld werden 30 Prozent der Homosexuellen und 40 Prozent der Trans-Menschen in Deutschland im Arbeitsleben diskriminiert.

    Laut der vorliegenden Studie gehen Homosexuelle und Trans-Menschen zwar in ähnlichem Maße einer Erwerbstätigkeit nach wie die übrige heterosexuelle Bevölkerung. Doch seien sie meistens höher qualifiziert und in anderen Branchen tätig. So liege der Anteil der Fach- oder Hochschulabsolventen in der Personengruppe bei 60 Prozent gegenüber der restlichen Bevölkerung gleichen Alters mit 42 Prozent.

    Es gibt auch Unterschiede bei der Branchenwahl. So sind Homosexuelle seltener im produzierenden Gewerbe tätig, dafür aber häufiger im Gesundheits- und Sozialwesen sowie in der Kunst und Unterhaltung als Heterosexuelle.

    „Die Zahlen decken sich mit dem, was wir aus eigenen Erhebungen und auch aus unserer Beratungspraxis wissen“, sagte Bernhard Franke, der kommissarische Leiter der Antidiskriminierungsstelle des Bundes.

    Im Arbeitsleben müssten homo- und bisexuelle Menschen häufig unter Mobbing auch sexueller Belästigung leiden und hielten deshalb ihre geschlechtliche Identität geheim. Darum betonte Franke, dass niemand in Deutschland wegen seiner sexuellen oder seiner Geschlechtsidentität benachteiligt werden dürfe.

    Biologe für Beleidigung von Homosexuellen bestraft

    Anfang August hatte das Amtsgericht Kassel den 65-jährigen Biologie-Professor Ulrich Kutschera der Beleidigung von Homosexuellen schuldig gesprochen und eine Geldstrafe von 6.000 Euro verhängt. Kutschera stand im Prozess zu seinen Zitaten. Unter anderem hatte Kutschera erklärt: „Sollte das Adoptionsrecht für Mann-Mann- bzw. Frau-Frau-Erotikvereinigungen kommen, sehe ich staatlich geförderte Pädophilie und schwersten Kindesmissbrauch auf uns zukommen.“ Wie der Richter damals sagte, seien Kutscheras Äußerungen nicht durch die Freiheit der Wissenschaft gedeckt.

    ac/mt/dpa

     

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    Tags:
    Universität, Bielefeld, Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), Studie, Arbeitsmarkt, Diskriminierung, Homosexuelle