23:13 27 September 2020
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    Präsidentenwahl in Weißrussland (117)
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    Infolge der Massenproteste in Weißrussland sind am Mittwoch 24 Menschen festgenommen worden. Darüber hinaus wurden am selben Tag zwei prominente Fernsehmoderatoren inhaftiert. Dies teilte der Pressedienst des Innenministeriums von Belarus am Donnerstag via Telegram mit.

    „Gestern, am 2. September, haben im Land öffentlich-politische Massenveranstaltungen stattgefunden. Das Innenministerium hat erforderliche Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Ordnung und Gewährleistung der Sicherheit ihrer Abhaltung ergriffen“, berichtete das Innenministerium. 

    Die Zahl der Beteiligten an den Protestaktionen habe landesweit rund tausend Menschen betragen. In vier Regionen der Republik und auf dem Territorium von acht Ortschaften seien nicht genehmigte Großveranstaltungen registriert worden, hieß es weiter. 

    Wegen Verstoßes gegen das Versammlungsrecht seien 24 Personen festgenommen worden, darunter drei Studenten. Für 16 Menschen steht nun ein Gerichtsverfahren wegen administrativer Verstöße an.

    Zudem bestätigte die Pressesprecherin des weißrussischen Innenministeriums, Olga Tschemodanowa, gegenüber RIA Novosti, dass infolge der Protestaktionen zwei in Weißrussland bekannte Fernsehmoderatoren verhaftet worden sind – Denis Dudinski und Dmitri Kochno. Ihnen seien ebenso administrative Verstöße zur Last gelegt worden. 

    Massenproteste in Belarus 

    Die Massenproteste in Weißrussland hatten am 9. August nach der Präsidentschaftswahl begonnen, bei der sich Lukaschenko zum sechsten Mal in Folge zum Wahlsieger hatte ausrufen lassen. Nach Angaben der weißrussischen Wahlbehörde kam der seit 1994 regierende Lukaschenko auf 80,1 Prozent der Stimmen. Die führende Oppositionskandidatin Swetlana Tichanowskaja erhielt 10,12 Prozent.

    Allerdings erkennt sie ihre Niederlage nicht an: Laut ihrem Wahlkampfteam gewann sie die Wahl mit 70 bis 80 Prozent der Stimmen. Schon spät am Wahltag gingen landesweit Tausende Menschen auf die Straße. Die Demonstrationen waren nicht von den Behörden genehmigt.

    In der Hauptstadt Minsk errichteten Demonstranten Barrikaden aus Mülltonnen. Die Miliz (Polizei in Weißrussland - Anm. d. Red.) trieb zunächst nach eigenen Angaben die Protestierenden mit Tränengas, Wasserwerfern und Blendgranaten auseinander, verzichtete aber später auf solche Methoden.

    ao/ae/sna

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