16:37 25 September 2020
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    Rauchen oder Schnupfen statt Injektionen: In Norwegen sind spezielle Drogenkonsum-Räume eingerichtet worden, wo Heroinsüchtige sich unter der Aufsicht medizinischer Fachkräfte ihre Dosis auf „schonende“ Weise verabreichen können. Ziel ist es, die Sterblichkeitsrate bei Heroinsüchtigen zu senken, wie die Zeitung „Vart Land“ berichtet.

    Die Idee dieser Maßnahme besteht demzufolge darin, eine Überdosis zu umgehen. Bei dieser Methode sind Injektionen nahezu ausgeschlossen. Zudem minimiert das Rauchen das Risiko von Infektionsübertragungen, hieß es. 

    Die sogenannten „Injektionsräume“, die für kontrollierten Drogenkonsum errichtet worden waren, wurden in „Drogekonsum-Räume“ verwandelt. Dort könne man nun Rauschgift auch auf alternative Weise einnehmen, wie beispielsweise durch Rauchen oder Schnupfen. Der gesamte Prozess wird von medizinischem Personal  überwacht.

    Krankenschwester Christina Livgard erörterte, bei intravenöser Drogeneinnahme könne man die Dosis nicht mehr rückgängig machen. Beim Rauchen sei das anders. Man schlafe ein, bevor man zu viel einatme – und man könne ja im Schlaf nicht weiterrauchen, erklärte sie. 

    „Calle“, ein 15 Jahre alter Heroinkonsument, hat als erster Norweger den neuen Raum ausprobiert. Er testete ein paar Wochen das Zimmer und teilte seine Erfahrungen. 

    Der Teenager berichtete, er sei drei oder vier Mal pro Tag dort gewesen und mit der Einrichtung zufrieden. Ein weiterer Heroinsüchtiger beschrieb das Rauchen als einen „sanften, sozialen Prozess“. 

    ao/ae/sna

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    Tags:
    Heroin, Rauchen, Norwegen, Drogenkonsum