02:06 27 November 2020
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    30 Jahre nach der Wiedervereinigung Deutschlands schauen die Menschen in Ost und West noch immer sehr unterschiedlich auf das Ereignis. Dies geht aus einer neulich veröffentlichten Studie der Bertelsmann Stiftung hervor.

    Demnach fehlt den Menschen in Westdeutschland häufig ein persönlicher Bezug zur Wiedervereinigung, während sie für die Menschen in Ostdeutschland in der Regel mit zum Teil dramatischen Umbrüchen in der eigenen Biografie zu tun hatte.

    „Die deutsche Einheit ist im Osten die Geschichte der friedlichen Revolution und der Montagsdemonstrationen, durch die schließlich die Wende herbeigeführt wurde. Die Geschichte im Westen dagegen handelt vom Scheitern der DDR an ihren wirtschaftlichen und politischen Unzulänglichkeiten, woraus zwangsläufig die Wiedervereinigung folgen musste“, betonte der Studienautor Kai Unzicker.

    In einem Punkt sind sich die Menschen in Ost und West einig: Für rund 90 Prozent aller Befragten ist die Wiedervereinigung das Ereignis, das in den vergangenen 30 Jahren großen oder sehr großen Einfluss auf das Land hatte. Damit liegt die deutsche Einheit bei der Bewertung knapp noch vor der aktuellen Corona-Krise sowie der Flüchtlingskrise im Jahr 2015. Den Einfluss auf das eigene Leben schätzen jedoch die Menschen in Ostdeutschland mit 74 Prozent häufiger als groß oder sehr groß ein als die Westdeutschen (61 Prozent).

    Die Frage, ob es einen Unterschied macht, aus Ost- oder Westdeutschland zu kommen, verneinen 55 Prozent der Westdeutschen, aber nur 38 Prozent der Ostdeutschen.

    „Manche Dinge haben in der DDR besser funktioniert und hätten übernommen werden sollen“, sagen 84 Prozent der Menschen in Ostdeutschland, aber nur 48 Prozent in Westdeutschland.

    Die Mehrheit der ostdeutschen Bürger (83 Prozent) gibt an, nach 1990 unfair behandelt worden zu sein. Mehr als die Hälfte fühlt sich dabei wie ein Bürger zweiter Klasse beurteilt.

    Für die vorliegende Studie wurden zuerst Interviews und Gruppendiskussionen geführt. Anschließend wurde das Ergebnis mit Hilfe einer repräsentativen Online-Befragung von 1581 Menschen überprüft.

    Wiedervereinigung Deutschlands

    Die deutsche Wiedervereinigung war der durch die friedliche Revolution in der DDR angestoßene Prozess der Jahre 1989 und 1990, der zum Beitritt der Deutschen Demokratischen Republik zur Bundesrepublik Deutschland am 3. Oktober 1990 führte. Die damit vollzogene deutsche Einheit, die seither an jedem 3. Oktober gefeiert wird, beendete den seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs währenden Zustand der deutschen Teilung.

    ac/mt/dpa

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    Tags:
    Ostdeutschland, Bertelsmann Stiftung, Studie, Einstellung, DDR, 1990, Wiedervereinigung, Deutschland