17:10 18 September 2020
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    Laut einer am Mittwoch veröffentlichten Studie des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung gibt es kaum noch Hoffnung, dass gewaltige demografische Unterschiede zwischen Ost und West künftig abnehmen werden.    

    Seit der Einheit sei die Bevölkerung um rund 3,4 Millionen Menschen gewachsen (Ende 2019 rund 83,2 Millionen Menschen), doch Ost und West seien auf gegensätzlichen demografischen Pfaden unterwegs, schreiben die Autoren. Während die alten Bundesländer zwischen 1990 und 2019 einen Zuwachs von mehr als 5,4 Millionen Menschen verzeichneten, verloren die fünf ostdeutschen Bundesländer im gleichen Zeitraum rund 2,2 Millionen Menschen (Ende 2019 rund 12,6 Millionen Menschen).

    In den ostdeutschen Ländern sowie im Saarland lebten 2019 laut Studie weniger Menschen als 1991. Vom Rückgang am stärksten betroffen sei Sachsen-Anhalt, das fast jeden vierten Einwohner eingebüßt habe.

    Zwar sei die Abwanderung von Ost nach West seit 2015 gestoppt und auch die Kinderzahlen seien gestiegen. Doch die schwach besetzten Jahrgänge der 1990er Jahre führten dazu, dass es weniger potenzielle Eltern gebe. Ostdeutschland habe auch kaum von der Zuwanderung aus dem Ausland profitiert, um diese Jahrgänge „aufzufüllen“.

    Auch ländliche Regionen in West betroffen

    Auch in den westlichen Bundesländern kämpften ländliche Regionen etwa in Nordhessen, der Südwestpfalz oder Oberfranken mit sinkenden Einwohnerzahlen, während attraktive Großstädte samt Umland unter einem starken Wachstumsdruck ächzten, heißt es in dem Bericht.

    Der Studie zufolge haben die Ostdeutschen im Schnitt noch 14 Prozent weniger Einkommen als Westdeutsche. Haushalte zwischen Rügen und Erzgebirge hätten zudem bis heute gerade die Hälfte dessen angespart, was ein Haushalt zwischen Sylt und Alpenrand zurücklegen konnte.

    Der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Marco Wanderwitz (CDU), sprach von einer überwiegend positiven Bilanz. Es gebe ein starkes Fundament der Einheit, auf dem weiter aufgebaut werden könne. Der Zustand der Demokratie im Osten mache aber Sorge, „Hass und Extremismus treten schneller zutage“. Politische Bildung und Bürger-Dialoge müssten verstärkt werden. Die Studie wurde mit 90.000 Euro vom Bund gefördert.

    pd/mt/dpa

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    Tags:
    Bevölkerungszahl, Demografie, Unterschied, Ostdeutsche, Ostdeutschland, Einheit