06:08 27 Oktober 2020
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    Die Wehrbeauftragte Eva Högl setzt auf Wiedergutmachung für zuvor beim Dienst in der Bundeswehr benachteiligte Soldaten. Zudem stufte sie die angebahnte Aufarbeitung des Vorgehens in früheren Jahrzehnten am Donnerstag als „wichtiges Signal an die Betroffenen“ ein.

    Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer wollte am Abend in Berlin eine Studie präsentieren, in der die Sozialwissenschaftler der Bundeswehr die Diskriminierung ausführlich untersucht haben. 

    „Das Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr hat das Thema anhand vieler Einzelfälle, Befragungen von Zeitzeugen und weiterer zugänglicher Quellen umfangreich dokumentiert“, erklärte Högl hinzu. 

    Ein weiterer Bestandteil der Aufarbeitung sei die Gesetzesvorlage, die das Verteidigungsministerium für die Rehabilitierung von Soldaten vorlegen wird, die aufgrund einvernehmlicher sexueller Handlungen truppendienstlich belangt und verurteilt wurden. 

    „Der Knackpunkt wird hier sein, wie die betroffenen Soldaten entschädigt werden können. Eine solche Entschädigung sind wir den betroffenen Soldaten schuldig“, kündigte Högl an.

    Massive Nachteile wegen sexueller Orientierung

    Sobald ihre sexuelle Orientierung bekannt wurde, hatten Soldaten noch bis ins Jahr 2000 massive Nachteile zu befürchten – bis hin zu disziplinarrechtlichen Folgen wie die Entlassung aus der Truppe. 

    Bis 1982 wurden Homosexuelle überhaupt nicht zur Bundeswehr zugelassen. Zwischen 1980 und 1990 wurden homosexuelle Soldaten zwar nicht mehr aus dem Dienst entlassen, hatten aber keine Chance auf eine Karriere. Obwohl Paragraf 175 StGB 1994 aus dem Strafgesetzbuch entfernt wurde, ist die Bundeswehr immer noch der Meinung, dass Homosexuelle ein Risiko für die Streitkräfte seien.

    ao/sb/dpa

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    Tags:
    Eva Högl, Entschädigung, Bundeswehr, Homosexuelle