06:32 20 Oktober 2020
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    Der russische Oppositionelle Alexej Nawalny ist für den Friedensnobelpreis nominiert worden. Dies teilte Professor Sergej Jerofeew von der Rutgers University (USA) auf Facebook mit. Die Nominierung erfolgte auf Initiative von Wissenschaftlern angesehener Universitäten.

    „Heute hat eine Reihe von Professoren anerkannter Universitäten, die als ihren Schwerpunkt Russland haben, ihn (Alexej Nawalny – Anm. d. Red.)  für den Friedensnobelpreis nominiert. Diese Idee ist nicht ganz neu, sie ist aber aktueller geworden und soll ein breites Echo finden“, schrieb Jerofeew auf Facebook. 

    Er betonte, den Nominierungsprozess hätten die Wissenschaftler angebahnt, „das bedeutet allerdings nicht, dass keine Staatsfunktionäre oder Vertreter internationaler Organisationen auf den Plan treten werden, die ihnen folgen werden.“ 

    Laut Jerofeew gibt es unter den Befürwortern dieser Idee auch jene, die zuvor eine negative Einstellung zu Nawalnys Tätigkeit hatten, jedoch ihre Meinung geändert haben. 

    „Sogar diese Kollegen, die der Auffassung sind, dass der Friedensnobelpreis etwas in Verruf gebracht ist, stimmen zu, ihm eine Chance zu geben, falls ihn Alexej bekommen wird“, erklärte Jerofeew. 

    Fall Nawalny 

    Der russische Kremlkritiker Alexej Nawalny hatte am 20. August auf einem Flug von Tomsk nach Moskau das Bewusstsein verloren, woraufhin das Flugzeug unverzüglich in Omsk landete. Er wurde in ein Omsker Krankenhaus gebracht und dort in ein künstliches Koma versetzt. Später wurde der 44-Jährige auf Drängen seiner Familie in die Berliner Universitätsklinik Charité verlegt. 

    Die Bundesregierung hatte am 2. September nach Untersuchungen eines Spezial-Labors der Bundeswehr mitgeteilt, sie sehe es als zweifelsfrei erwiesen an, dass Nawalny mit einem chemischen Nervenkampfstoff der „Nowitschok“-Reihe vergiftet worden sei. Die Schlussfolgerungen deutscher Sachverständiger seien von Labors in Schweden und Frankreich bestätigt worden, hieß es weiter. 

    Parallel dazu führt die OPCW auf Ersuchen Berlins eigene Untersuchungen durch. Der Kreml sagte diesbezüglich, dass Berlin Moskau nicht über seine Ergebnisse informiert habe. Das russische Außenministerium betonte wiederum, dass Russland auf eine Antwort Deutschlands auf die offizielle Anfrage warte.

    Russland sei an der Aufklärung des Falls interessiert, wofür es Informationen aus Deutschland bräuchte, die noch nicht eingegangen seien, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Die Ermittlungsmaßnahmen in Bezug auf die Situation um Nawalny würden de facto laufen, teilte er weiter mit. Wenn das Vorhandensein einer giftigen Substanz bestätigt werde, würden die Ermittlungen de jure eingeleitet, so Peskow.

    ao/mt/sna

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    Tags:
    Professor, Nominierung, Friedensnobelpreis, Alexej Nawalny