08:06 23 Oktober 2020
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    Der in die Kritik geratene deutsche Publizist Roland Tichy will nach einem Zeitungsbericht vom Donnerstag die Leitung der Ludwig-Erhard-Stiftung mit Sitz in Bonn abgeben.

    Wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtete, werde Tichy sich im Oktober nicht zur Wiederwahl stellen. Auch der stellvertretende Vorsitzende Oswald Metzger und Schatzmeister Alexander Tesche wollen demnach nicht mehr antreten.

    Tichy war in die Kritik geraten, nachdem in seiner Publikation „Tichys Einblick“ ein Artikel erschienen war. Er enthielt von vielen Lesern als frauenfeindlich empfundene Äußerungen über die SPD-Politikerin Sawsan Chebli.

    Nach Informationen „Des Tagesspiegels“ ist Tichy zudem nicht länger Jurymitglied des Deutschen Journalistenpreises (DJP), der am Donnerstagabend verliehen wird.

    Cheblis Reaktion

    Sawsan Chebli kommentierte am Donnerstag auf Twitter die Nachricht über Tichys geplanten Rücktritt sowie Nichtbeteiligung an der Journalistenpreis-Jury mit einem „Gut so!“.

    „Der Rücktritt von Tichy vom LES-Vorsitz war längst überfällig, aber er löst natürlich nicht das Riesenproblem, das wir mit Sexismus haben“, schrieb zuvor die SPD-Politikerin auf dem sozialen Netzwerk.

    Sie rief deshalb alle auf, „künftig niemals zu schweigen“.

    Kritik an Tichy

    Die deutsche Staatsministerin für Digitalisierung im Bundeskanzleramt, Dorothee Bär, kündigte aus Protest gegen den Vorsitzenden Tichy ihre Mitgliedschaft in der Ludwig-Erhard-Stiftung.

    „Grund für diese Entscheidung ist eine Publikation in dem Magazin 'Tichys Einblick', die frauenverachtende und in höchstem Ausmaß sexistische Äußerungen gegenüber meiner Kollegin Sawsan Chebli enthält“, zitiert das „Handelsblatt“ am Mittwoch die CSU-Politikerin.

    Am Donnerstag kündigten Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sowie der Vorsitzende der Mittelstandsunion, Carsten Linnemann an, mit sofortiger Wirkung ihre Mitgliedschaft in der Ludwig-Erhard-Stiftung ruhen zu lassen. Laut dem CDU-Präsidiumsmitglied Spahn und dem CDU/CSU-Fraktionsvize Linnemann ist die Stiftung eine Institution „mit langer Tradition und dem Erbe des Namensgebers verpflichtet“.

    „Leider ist seit geraumer Zeit eine Debattenkultur von führenden Vertretern der Stiftung festzustellen, die dieser Verantwortung nicht gerecht wird.“

    Auch der CDU-Politiker und Kandidat für den Vorsitz in der Partei, Friedrich Merz, äußerte sich positiv zum angekündigten Rückzug Tichys. „Die einzig richtige Entscheidung!“, kommentierte er auf Twitter.

    mo/mt/dpa

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