05:15 20 Oktober 2020
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    Die deutsche Krankenkasse DAK-Gesundheit hat am Donnerstag aktuelle Angaben der statistischen Landesämter zu Alkoholvergiftungen bei Kindern und Jugendlichen publik gemacht.

    Die Zahlen stammen aus dem Jahr 2018, wurden aber laut DAK-Gesundheit bisher nicht veröffentlicht. Die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die mit Alkoholvergiftung im Krankenhaus landen, habe insgesamt weiter abgenommen. Im Zeitraum zwischen 2017 und 2018 handelte es sich bundesweit um einen Rückgang von fünf Prozent: von 21.552 auf 20.469.

    Dennoch stieg demzufolge die Zahl der Alkoholvergiftungen bei Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen zehn und 15 Jahren: 2018 seien 8,4 Prozent mehr Komasäufer in dieser Altersgruppe im Krankenhaus behandelt worden als im Jahr zuvor.

    „Der Rückgang der alkoholbedingten Krankenhauseinweisungen zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Dennoch ist das Rauschtrinken gerade bei den ganz jungen Altersgruppen geradezu alarmierend. Wir müssen deshalb weiterhin alle Kraft in die Aufklärung über die Gefahren des exzessiven Alkoholkonsums stecken“, zitiert die Krankenkasse den Vorsitzenden ihres Vorstands, Andreas Storm.

    Berlin und Hamburg führen Negativ-Liste an

    Nach den Angaben gibt es große Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern. Vor allem in den beiden größten Städten Hamburg und Berlin sei das Rauschtrinken bei Schülern und jungen Erwachsenen problematisch.

    In der Hauptstadt wurden demnach innerhalb eines Jahres insgesamt 18,8 Prozent mehr Kinder und Jugendliche wegen einer akuten Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingewiesen. Damit sei der Anstieg in Berlin mit Abstand am höchsten.

    In Hamburg hingegen fallen besonders die sehr jungen Jugendlichen als Komasäufer auf: Fast doppelt so viele (46,2 Prozent) Zehn- bis 15-Jährige seien 2018 im Vergleich zum Vorjahr volltrunken in die Klinik eingewiesen worden. In Baden-Württemberg hingegen seien alkoholbedingte Krankenhausaufenthalte von Kindern und Jugendlichen insgesamt um 16 Prozent zurückgegangen.

    „Alkoholmissbrauch ist und bleibt eine große gesundheitspolitische Herausforderung in unserem Land. Je früher Kinder erste Rauscherfahrungen sammeln, desto höher ist ihr Risiko für einen problematischen Umgang mit Alkohol im Erwachsenenalter“, so Storm.

    Einer früheren Mitteilung der DAK-Gesundheit zufolge kommt fast jeder zweite Schüler zwischen zehn und 16 Jahren nach eigenen Angaben „leicht“ oder „sehr leicht“ an Bier und Wein. Häufigste Bezugsquellen seien dabei Eltern und Freunde.

    mo/sb

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