03:46 29 Oktober 2020
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    Am Jahrestag des Terroranschlags von Halle hat Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff die Zivilgesellschaft zu Achtsamkeit aufgerufen. Sein Auftritt wurde vom Mitteldeutschen Rundfunk übertragen.

    Beim zentralen Gedenken am Freitagabend in der Ulrichskirche in Halle plädierte der CDU-Politiker dafür, auffällige Entwicklungen nicht zu ignorieren oder aus Konfliktscheu wegzudrücken, sondern Verantwortung zu übernehmen.

    „So etwas – Planung eines kriminellen Terroraktes – entsteht nicht im luftleeren Raum. Das entsteht in einem gesellschaftlichen Umfeld.“

    Alle Menschen sollten „aufeinander nicht nur achten, sondern uns in die Verantwortung nehmen“, meinte der 66-Jährige. Er verzichtete auf seine vorbereitete Rede, sondern sprach spontan frei.

    Kritik an Stahlknecht

    Außerdem schloss sich Haseloff der erneuerten Kritik des Landeschefs der Jüdischen Gemeinden, Max Privorozki, an Aussagen von Landesinnenminister Holger Stahlknecht an. Dieser hatte zuvor bei einem Besuch in einem Polizeirevier gesagt, die Einsatzstunden für die Bewachung der jüdischen Synagogen fehlten an anderer Stelle und könnten dazu führen, dass die Polizei nicht überall pünktlich sei. Stahlknecht sprach später von einem Missverständnis.

    Sachsen-Anhalts Ministerpräsident betonte am Freitag, das Land habe sich vertraglich dazu verpflichtet, die jüdischen Gemeinden in Sachsen-Anhalt zu schützen.

    „Da kann es keine Ressourcendiskussionen und irgendetwas anderes geben.“

    Ein Jahr nach Attentat von Halle

    Am 9. Oktober 2019 hatte ein schwer bewaffneter Attentäter kurz nach 12.00 Uhr in Halle versucht, am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur in die Synagoge einzudringen, um ein Blutbad anzurichten. Als dies nicht gelang, erschoss er vor dem Gotteshaus eine 40 Jahre alte Passantin und bei einem Angriff auf einen nahegelegenen Dönerimbiss einen 20 Jahre alten Gast.

    Auf seiner Flucht mit einem Auto verletzte der Attentäter in einem Ort bei Halle mehrere Menschen teils sehr schwer, ehe er von der Polizei gestellt wurde. Vor dem Oberlandesgericht läuft der Prozess gegen den 28 Jahre alten Stephan Balliet. Der Deutsche hat die Taten eingeräumt.

    Seit den Morgenstunden wurde in Halle am Freitag mit zahlreichen Veranstaltungen, Schweigeminuten und Blumen der Opfer des Anschlags gedacht. Am Nachmittag traf auch Bundespräsident Frank Walter Steinmeier ein.

    mo/sb/dpa

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