05:00 27 Oktober 2020
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    Die Eisenbahn- und Verkehrsgesellschaft (EVG) hat die Haltung der Deutschen Bahn zur Frauenförderung kritisiert.

    Dem EVG-Vorstandsmitglied Cosima Ingenschay zufolge begünstigten Frauen die Wettbewerbsfähigkeit.

    „Es ist längst erwiesen, dass Vielfalt in Vorständen, Führungsebenen und der Belegschaft wirtschaftlich stärkt“, sagte sie.

    Zuvor hatte das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ berichtet, die Bahn widersetze sich den Plänen der Bundesregierung zur Frauenförderung. Das Nachrichtenmagazin zitierte aus einem Schriftwechsel des Konzerns mit mehreren Bundesministerien. Demnach warnte die Bahn vor hohen Kosten durch zusätzliche Gleichstellungsbeauftragte und vor Schwierigkeiten, Fachkräfte in technisch-operativen Berufen zu finden. Eine Sprecherin des Bundesfamilienministeriums teilte mit, der Sachverhalt sei zutreffend dargestellt. Die Bahn sprach dagegen von einer unzutreffenden und irreführenden Berichterstattung. Ingenschay zeigte sich „schockiert“ über die Haltung bei der Bahn zu dem Thema.

    Bereits seit 2016 müssen Unternehmen ab einer bestimmten Größe die frei werdenden Aufsichtsratsposten mit Frauen besetzen, bis mindestens ein Frauenanteil von 30 Prozent erreicht ist. Vorgaben für Vorstände gibt es jedoch bislang nicht. Familienministerin Franziska Giffey und Justizministerin Christine Lambrecht (beide SPD) hatten dazu einen Gesetzentwurf vorgelegt. Dagegen gibt es aber Widerstand in der Union.

    Nach Angaben einer Sprecherin der Deutschen Bahn bekenne sich der Konzern ausdrücklich zur gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und Männern und damit zu der Initiative der Bundesregierung.

    Allerdings machte sie dabei deutlich, dass die Deutsche Bahn neue bürokratische Hürden und dadurch entstehende Wettbewerbsnachteile für nicht zielführend halte. Um eine einvernehmliche Lösung zu erarbeiten, sei man in einem engen Austausch mit den verantwortlichen Ministerien. Den Frauenanteil in Führungspositionen zu steigern, sei ein zentrales Anliegen des Konzernvorstands.

    ac/ae/dpa

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    Tags:
    Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG, Aufsichtsrat, Männer, Gleichstellung, Frauen, Förderung, Kritik, Deutsche Bahn