06:52 20 Oktober 2020
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    Französische Polizisten haben am Montag vor ihren Revieren protestiert und mehr Schutz für Ordnungshüter gefordert.

    Die Kundgebungen sind eine Reaktion auf die Geschehnisse vom Wochenende, als eine Menschengruppe ein Polizeirevier im Pariser Vorort Champigny-sur-Marne mit Feuerwerkskörpern und Metallstangen angegriffen hatte.

    Die Beamten, die sich nun vor dem Hauptquartier der Pariser Polizei versammelten, trugen Transparente mit der Aufschrift „Polizei attackiert, Bürger in Gefahr“. In Champigny trugen Polizisten die Botschaft „Eure Sicherheit hat einen Preis. Wir wollen Schutz und Anerkennung“ vor. Dort nahmen rund 200 Beamte an der Demo teil.

    „Ich höre Politiker sagen, dass die Autorität des Staates nicht mit Füßen getreten werden dürfe. Ich stimme diesem voll und ganz zu. Ich möchte Handlungen sehen, die beweisen, dass so etwas nie wieder geschieht“, zitiert die Nachrichtenagentur Reuters Grégory Joron, den Vertreter der Gewerkschaft SGP Police Force Ouvrière.

    Das Revier in Champigny befindet sich in einer Wohnsiedlung, die nach Polizeiangaben als Drehscheibe des Drogenhandels gilt.

    „Der Ort ist vom Drogenhandel geplagt. Es herrscht ein Gefühl der Straflosigkeit. Sie haben keine Angst mehr vor der Polizei“, fügte Joron hinzu.

    Pyrotechnik-Verbot erwägt

    Laut dem französischen Innenminister Gerald Darmanin hat die Regierung vor, ein Sicherheitsgesetz zu ändern, um Feuerwerkskörper als eine Art Waffe zu definieren und ihren Verkauf – darunter auch im Internet – zu verbieten.

    Die Polizeigewerkschaften verurteilten dies als unzureichende Geste. Ihnen zufolge muss es mehr Beamte auf den Straßen geben.

    Das Polizeirevier in Champigny-sur-Marne wurde bereits 2018 sowie im April dieses Jahres attackiert. Frankreichs Polizeibeamte waren auch von bewaffneten Islamisten oder von Personen, bei denen ein Verdacht auf islamistische Sympathien besteht, angegriffen wurden. Am 3. Oktober 2019 tötete ein 45-Jähriger, der selbst in der Polizeipräfektur als Programmierer gearbeitet hatte, vier Kollegen bei einer Messerattacke. Der Attentäter wurde schließlich von der Polizei erschossen. Nach Erkenntnissen der französischen Behörden war der Mann vor rund zehn Jahren zum Islam konvertiert und Anhänger einer radikalen Interpretation gewesen.

    mo/sb/rtr

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