06:10 27 Oktober 2020
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    Schüler und Pädagogen aus Algerien, Island und Australien haben erstmals an russischen Online-Projekten teilgenommen, die wichtigen Themen in der Digitalwirtschaft gewidmet waren.

    Welche Richtungen der Ingenieurwissenschaften heutzutage bei jungen Leuten populär sind, und in welchen Ländern es die aktivsten Lernenden gibt, erklärt die Vizepräsidentin des Forschungs- und Bildungszentrums an der Moskauer Technologischen Universität „Nikolai Bauman“ und Leiterin des „Ingenieurium“-Projekte, Margarita Stojanowa.

    - Frau Stojanowa, 2019 haben Sie mehrere Projekte im Bereich Digitalwirtschaft für Schüler und Pädagogen umgesetzt. Könnten Sie bitte über die Ergebnisse Auskunft geben?

    - Eines der Projekte hieß „Der Kurs des jungen Ingenieurs“, und es verlief online für Schüler und Lehrer. Das Programm besteht aus drei großen Blöcken: 3D-Modellierung, Robotertechnik und Digitale Stoffkunde. Mit Stand von heute haben mehr als 6000 Schüler aus 30 Ländern sich mit verschiedenen Richtungen des Ingenieurwesens bekannt gemacht, und zwar nicht nur aus den GUS-Ländern.

    Wir haben auf der Weltkarte markiert, wo es jetzt neue Teilnehmer gibt: Unter anderem sind das Island, Algerien und Australien. Es ist toll, dass wir die Erfahrungen und Kenntnisse der Technologischen Universität „Nikolai Baumann“ mit Repräsentanten verschiedener Länder teilen konnten – trotz der rein territorialen Grenzen und der Zeitunterschiede – das war uns sehr wichtig.

    Es gibt noch ein Projekt: den Internationalen Hackathon Composite Battle, das im VR-Format verläuft. Daran beteiligten sich mehr als 90 Schüler aus aller Welt. Die jungen Männer und Frauen hatten die Aufgabe, im VR-Format aus Verbundstoffen einen Flügel des Flugzeugs MS-21 zu bauen, und zwar die richtige Reihenfolge der Handlungen einzuhalten. Es wurden die Zeit und die Richtigkeit der Erfüllung dieser Aufgabe kontrolliert. Gewonnen hat ein Schüler aus Weißrussland.

    - Welche Projekte wurden 2020 umgesetzt?

    - 2020 haben wir Quest-Wettbewerbe „Ingenieurs-Tannenbaum 2.0“ in sechs Ländern durchgeführt, und zwar in Frankreich, Rumänien, Bulgarien, Italien, Belgien und Serbien. Wir haben nämlich Workshops zum Thema Neujahrsfeier organisiert, und die Teilnehmer hatten selbstständig eine Nachtlampe in Form eines Weihnachtsbaums zu bauen. Dieses Programm war natürlich für Grundschüler bestimmt.

    Unser nächstes Projekt ist mit der Ausstellung „Neue Digitaltechnologien in der Schule“ verbunden, und daran nahmen mehr als 1000 Schüler teil. Im vorigen Jahr setzten wir es in Bratislava und Budapest um. Wir hatten Experten für Digitalwelt an unserer Seite, die auf die Arbeit mit Schulkindern spezialisiert sind, entsprechende Ausrüstung herstellen und große Kenntnisse im Ingenieurswesen haben, egal ob es dabei um die Arbeit mit Schülern oder Studenten geht. Und sie haben bereits ihre Kenntnisse und Erfahrungen an ihre Kollegen von russischen Forschungs- und Kulturzentren weitergegeben.

    - In welchen Ländern war das Interesse für Wissenschaften im Ingenieurwesen besonders groß?

    - An der Technologischen Universität „Nikolai Bauman“ studieren traditionell viele junge Männer und Frauen aus Weißrussland, Kasachstan und Usbekistan. Für uns war es logisch und offensichtlich, dass die Nachfrage in diesen Ländern ziemlich groß sein würde. Aber gleichzeitig freuten wir uns sehr, die positiven Emotionen und das Interesse der Menschen in solchen Ländern zu sehen, wo wir keine solchen Reaktionen erwartet hatten, unter anderem in der Slowakei, in Island, Algerien und Australien.

    Natürlich war das kein so großer Umfang wie in den GUS-Ländern, wo russische Universitäten, auch die Universität „Nikolai Bauman“, ihre Filialen haben, und die ganz präzise Arbeit gerade dort gehörte nicht zu unseren Prioritäten. Aber diese „Sternchen“ aufzufangen und ihr Interesse für das Ingenieurswesen und für führende russische Universitäten bzw. Hochschulen zu wecken – das war uns sehr wichtig.

    - Wie schätzen Sie das Interesse von Jugendlichen an mit dem Ingenieurswesen verbundenen Richtungen ein?

    - Jedes Jahr wird das Interesse für solche Wissenschaften immer größer. Wir sehen eine große Nachfrage in verschiedenen IT-Bereichen: Künstliche Intelligenz, Big Data,  Programmieren, Robotertechnik und 3D-Modellierung. Aber es freut uns auch sehr, dass sich die jungen Leute immer mehr für ziemlich spezifische Berufe interessieren.

    Heutzutage wachsen die Märkte enorm schnell, und es mangelt ja katastrophal an hochqualifizierten Arbeitskräften. Indem wir Schüler vorbereiten, helfen wir ihnen einerseits, sich für ihren künftigen Beruf zu entscheiden; und andererseits erzählen wir, welche Berufe es gibt.

    - Wie hat die Corona-Pandemie Ihre Projekte beeinflusst?

    - Das Online-Programm „Kurs des jungen Ingenieurs“ war sehr gefragt, als dieses Projekt 2019 umgesetzt wurde, aber besonders groß war die Nachfrage gerade wegen der Pandemie. Wir freuen uns sehr, dass der Kurs wirklich nützlich ist – selbst nach dem eigentlichen Abschluss dieses Projekts. 

    Die Ausstellung zum Thema „Neue Digitaltechnologien in der Schule“ wollten wir im März fortsetzen, mussten aber unsere Pläne korrigieren. Hoffentlich werden die Ausstellungen vom 22. bis 24. Oktober in Sofia und vom 29. bis 31. Oktober in Minsk planmäßig stattfinden. Wir laden alle Pädagogen, Studenten und Schüler in diesen Ländern ein, unsere Ausstellungen zu besuchen.

    Außerdem führten wir während der Corona-Pandemie mehrere Online-Workshops in der Digitalen Stoffkunde durch, um das Interesse des Publikums aufrechtzuerhalten und unseren Kollegen in dieser schwierigen Situation zu helfen.

    - Wie sind Ihre weiteren Pläne?

    - Der „Kurs des jungen Ingenieurs“ ist frei zugänglich. Das Interesse für dieses Projekt wird immer größer, und deshalb werden wir es noch lange aufrechterhalten. Was die Ausstellung angeht, so beschäftigen wir uns aktuell mit organisatorischen Fragen.  Hoffentlich werden wir diese Geschichte noch bis Ende dieses Jahres umsetzen.

    Wir fänden es auch interessant, im kommenden Jahr Online-Programme für Grundschüler zu entwickeln, falls sich uns eine solche Möglichkeit bietet und die Föderale Behörde für die Angelegenheiten der russischen Landsleute im Ausland („Rossotrudnitschestwo“) dieses Projekt unterstützt. Wir haben sehr große Erfahrungen in Russland, was Online- und auch Offline-Kurse für Grundschüler angeht, und wir möchten gern diese Erfahrungen mit unseren Kollegen teilen.

    Darüber hinaus hat Jewgeni Primakow Jr. (der Enkel von Jewgeni Primakow Sr.) der Technologischen Universität „Nikolai Bauman“ einen offiziellen Besuch abgestattet. Dabei wurde die vorläufige Vereinbarung getroffen, dass „Ingenieurium“-Zentren auf Basis der Russischen Forschungs- und Kulturzentren entstehen und stabil arbeiten würden. Aktuell ist das erst eine Idee, an der wir aber intensiv arbeiten.

    Mehr noch: Unter anderem dank diesen Projekten ist es uns gelungen, eine intensive Zusammenarbeit mit Kasachstan in die Wege zu leiten. Am 17. September wurde in Alma-Ata unsere Filiale eröffnet. Die jungen Leute dort haben bereits die Arbeit an den „Ingenieurium“-Programmen im Online-Format begonnen, und wir passen auf sie auf.

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    Projekt, Ausbildung, Russland