06:48 03 Dezember 2020
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    Intensivmediziner warnen vor Engpässen in der Betreuung von Covid-19-Patienten wegen mangelnden Pflegepersonals. Der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Uwe Janssens, hat sich zum Thema gegenüber den Zeitungen der Funke Mediengruppe geäußert.

    „Wir haben einen dramatischen Mangel an Pflegekräften“, sagte er. Es gebe inzwischen „ausreichend Kapazitäten an freien Intensivbetten und Beatmungsgeräten“, sagte Janssens. Das allein helfe aber nicht weiter, „wenn wir kein Personal haben, um die Patienten zu versorgen“. Hierin liege „das viel größere Problem“. Laut Hochrechnungen fehlten bundesweit 3500 bis 4000 Fachkräfte für die Intensivpflege.

    Wenn die Patientenzahlen weiter steigen sollten

    Die Vorsitzende der Ärztegewerkschaft Marburger Bund, Susanne Johna, befürchtet, dass der Personalmangel in den Krankenhäusern bald massiv zutage tritt. „Sechs bis neun Prozent der Infizierten von heute werden in zwei Wochen im Krankenhaus behandelt werden müssen“, stellte Johna in Aussicht. „Pro schwer krankem Covid-Patienten auf der Intensivstation wird eigentlich eine Pflegekraft benötigt“, sagte sie den Funke-Zeitungen.

    Der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, bezeichnete den Mangel an Pflegepersonal als „die zentrale Herausforderung, wenn die Patientenzahlen steigen“. Die Kliniken müssen dann Personal umbesetzen und sich wie im Frühjahr auf die Versorgung von dringenden Fällen konzentrieren, sagte Gaß gegenüber den Funke-Blättern. „Wir werden uns auf Wartezeiten bei der Regelversorgung ebenso einstellen müssen, wie auf die Verlegung von Patienten aus hoch belasteten Standorten in entferntere Krankenhäuser“, so Gaß.

    Patienten mit anderen Krankheiten nicht vernachlässigen

    Indes riet die Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Claudia Schmidtke (CDU), Patienten mit anderen Krankheiten, trotz der Corona-Pandemie nicht auf einen Klinikbesuch zu verzichten.

    Niemand müsse sich „Sorgen machen, in einer Notfallsituation wie bei Herzinfarkt oder Schlaganfall nicht versorgt zu werden“, sagte sie den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

    Die Äußerungen lagen der dpa jeweils im Wortlaut vor.

    ls/mt/dpa

     

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    Funke-Mediengruppe, Deutschland