06:20 03 Dezember 2020
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    Nach dem Tod eines Afroamerikaners in Philadelphia (US-Bundesstaat Pennsylvania) ist es in der Großstadt in der zweiten Nacht in Folge zu Demonstrationen und Ausschreitungen gekommen. Entsprechende Aufnahmen erschienen am Mittwoch in den sozialen Netzwerken.

    Auf Philadelphias Straßen kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Protestierenden und der Polizei. Außerdem wurden Plünderungen gemeldet. Die Behörden warnten davor, bestimmte Stadteile zu betreten.

    „Eine große Gruppe mit etwa 1000 Menschen plündert Unternehmen in der Gegend von Castor und Aramingo. Meidet die Gegend“, schrieb die Polizei auf Twitter.

    Die Beamten riefen Einwohner vieler Stadtbezirke auf, zu Hause zu bleiben, ausgenommen, es sei erforderlich.

    „In diesen Gegenden finden weitreichende Demonstrationen statt, die in Gewalt und Plünderungen umschlugen“, twitterte das Büro für Notfallmanagement.

    Walter Wallace Sr., der Vater des Verstorbenen, rief die Menschen zum Gewaltstopp auf. Er verurteilte die Ausschreitungen jedoch nicht und bezeichnete sie als „Hilferuf“.

    Tod nach Polizeischüssen

    Walter Wallace Jr., ein 27-jähriger Schwarzer, war am Montagabend (Ortszeit) nach tödlichen Schüssen von Polizisten ums Leben gekommen. Der 27-Jährige soll ein Messer getragen und sich dabei zwei Polizeibeamten genähert haben. Nach Informationen seiner Familie hatte Wallace Jr. psychische Probleme.

    Die Polizisten hätten ihn aufgefordert, sein Messer wegzulegen, Wallace habe die Forderungen aber ignoriert. Die Beamten hätten mehrmals auf ihn geschossen. Der Mann sei später für tot erklärt worden.

    Wenige Stunden nach dem tragischen Vorfall brachen in der Nacht auf Dienstag Proteste in Philadelphia aus. Nach Polizeiangaben erlitten 30 Beamte Verletzungen. Es sei zu 90 Festnahmen gekommen, unter anderem wegen Attacken auf Geschäfte und Plünderungen.

    Fall George Floyd und Rassismus-Debatte

    In den USA gibt es seit Monaten eine Debatte über Polizeigewalt gegen Schwarze. Auslöser war der Tod des 46-jährigen Afroamerikaners George Floyd am 25. Mai nach einem Polizeieinsatz in Minneapolis (US-Bundesstaat Minnesota).

    Floyds Tod führte in zahlreichen Städten der USA und in anderen Ländern zu einer Welle von Demonstrationen gegen Rassismus und Polizeigewalt gegenüber Afroamerikanern. In einigen Städten kam es zu Krawallen und Plünderungen.

    mo/sb/rtr

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