06:04 03 Dezember 2020
SNA Radio
    Gesellschaft
    Zum Kurzlink
    3471
    Abonnieren

    Dutzende Unterstützer der Unabhängigkeit Kataloniens von Spanien haben in Barcelona bei einer erneuten Demonstration gegen die spanische Regierung vor dem Hauptquartier der spanischen Polizeieinheit „Guardia Civil“ das traditionelle russische Volkslied „Kalinka“ gesungen.

    Damit wollten sie die jüngsten spanischen Medienberichte über das angebliche Versprechen „Russischer Agenten“, Soldaten nach Katalonien zu schicken, um seinen Unabhängigkeitsprozess zu unterstützen, verspotten. Der Vorfall hat sich am Mittwochabend ereignet. Kurz zuvor wurden in Barcelona 21 Vertraute des ehemaligen katalanischen Regionalpräsidenten Carles Puigdemonts verhaftet. Nach Angaben des spanischen Innenministeriums wird ihnen Untreue und Geldwäsche vorgeworfen. 

    Laut spanischen Medien wird momentan auch ermittelt, dass angeblich “russische Agenten” der Unabhängigkeitsbewegung 2017 angeboten haben sollen, 10.000 Soldaten nach Katalonien zu schicken, damit die Region ihre Unabhängigkeit von der Zentralregierung in Madrid erreicht. Dabei verwiesen Journalisten auf einen Richter aus Barcelona, Joaquín Aguirre, der diese Ermittlung leitet.

    Außerdem wurde in diesem Zusammenhang in der spanischen Zeitung „El Diario“ mit Verweis auf die Angaben der „Guardia Civil“ von einer angeblichen „Strategie der Desinformation und Destabilisierung“ berichtet, die dem Kreml in Bezug auf die Europäische Union zugeschrieben wird.

    Moskau weist die „absurden“ Anschuldigungen zurück

    Die russische Botschaft in Madrid kommentierte diese Meldungen mit Humor.  

    „Die Information über die Ankunft von 10.000 Russischen Soldaten in Katalonien, die in spanischen Medien veröffentlicht wurde, scheint nicht ganz korrekt zu sein. Man müsste doch noch zwei Nullen dazu schreiben“ – wird in der ironischen Meldung der russischen Diplomaten auf Twitter berichtet.

    Im russischen Unterhaus, der Staatsduma, wurden diese Anschuldigungen der spanischen Medien als „absurd“ bewertet und zurückgewiesen.

    Laut dem Ersten Stellvertreter des Vorsitzenden des russischen Parlamentsausschusses für Angelegenheiten der GUS, der eurasischen Integration und Kontakte zu den Landsleuten im Ausland, Wiktor Wodolatskij,

    gibt es inzwischen „wohl für keinen normalen Menschen etwas Neues an der Tatsache, dass Russland mit allen möglichen Situationen überall in der ganzen Welt in Zusammenhang gebracht wird. Sei es der globale Klimawandel, die US-Präsidentschaftswahl, oder das, was im Weltraum passiert: Überall ist Russland“.

    Laut Wodolatski wird das schon lächerlich, „denn tatsächlich sind diejenigen Politiker, die versuchen, Russland mit verschiedenen Situationen in Zusammenhang zu bringen, indem sie Fake News produzieren, darum bemüht, jenes Programm aufrechtzuerhalten, dass schon lange im Westen seine eigene Entwicklung und sein Szenario hat.“

    Das sei eine Aufhetzung zur Russophobie in den Westlichen Ländern und in Europa und „eine der Strategieen der Angelsachsen, und diese funktioniert momentan sehr systematisch“ – ist sich der Parlamentsabgeordnete sicher.

    Referendum in Katalonien und Prozesse gegen Organisatoren

    Am 1. Oktober 2017 hatte in Katalonien ein vom spanischen Verfassungsgericht für verfassungswidrig erklärtes Unabhängigkeitsreferendum stattgefunden. Es endete mit mehr als 90 Prozent der Stimmen für die Unabhängigkeit Kataloniens von Spanien. Madrid erkannte das Abstimmungsergebnis nicht an und verhaftete mehrere katalanische Politiker. Dieser Schritt löste in Spanien, vor allem in der katalanischen Hauptstadt Barcelona, Massenproteste aus. 

    isch/gs

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Wie Verbrecher behandelt? Quarantäne-Schreiben wegen harter Wortwahl in Kritik – Sputnik hakt nach
    Russischer Impfstoff darf dran, so Kommission von der Leyens - aber „nirgendwo in EU außer Ungarn“
    Auf Sexparty erwischt: Polizei löst Orgie in Brüssel auf – EU-Abgeordneter tritt zurück
    Putin ordnet Start groß angelegter Corona-Impfung ab nächste Woche an
    Tags:
    Proteste, Katalonien