12:41 03 Dezember 2020
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    Corona-Portraits: „Und wie kommen Sie durch die Pandemie?“ (2)
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    Über Monate hinweg konnten sie nicht arbeiten; dann ein Hoffnungsschimmer im Sommer – und nun der neuerliche Lockdown. Künstler und Gastronomen treffen die Corona-Maßnahmen mit voller Härte. Sputnik hat mit zwei Betroffenen gesprochen.

    Sie sei keine Ärztin oder Expertin, deswegen wolle sie sich kein Urteil darüber erlauben, ob die nun beschlossenen Maßnahmen sinnvoll seien, sagt Karina Tyuleubekova, eine junge Tätowiererin, die erst 2019 aus Russland gekommen ist und seither als Selbstständige in einem Berliner Tattoo-Studio arbeitet.

    Lockdown in Berchtesgaden
    © AFP 2020 / CHRISTOF STACHE
    Die neuen Maßnahmen sind so unerwartet verkündet worden, dass ich meine Kundentermine dicht an dicht auf die letzten Tage legen musste. Hätte man – wie beim ersten Lockdown – finanzielle Hilfen in Aussicht gestellt, hätte man den Zwangsurlaub mit etwas mehr Ruhe antreten können. Damals wurden den Kleinunternehmern und Betrieben ordentliche Finanzhilfen für drei Monate ausgezahlt, sodass der erste Lockdown ohne große Verluste verlaufen ist. Aber meine Ausgaben sind ja auch nicht hoch, da ich keine Mitarbeiter bezahlen muss und meine Miete relativ niedrig ist.“

    Was sie nicht ändern könne, müsse sie wohl akzeptieren. Aber sie verstehe nicht, warum Friseure weiterarbeiten dürften, Tattoo-Studios aber nicht.

    „Solche halbherzigen Maßnahmen werden wohl kaum helfen, dafür aber den Lockdown verlängern.“

    Tiefe Sorgenfalten treibt der neuerliche Lockdown auch Alexander Grüner auf die Stirn. Seit zehn Jahren betreibt der Berliner Gastronom mit russischen Wurzeln die Kreuzberger Kiezkneipe „Kvartira 62“. „Kvartira“ heißt übersetzt „Wohnung“, und so fühlt sich das Ambiente des kleinen, gemütlichen Lokals auch an. Der Familienbetrieb mit fester Belegschaft und hausgemachtem russischem Essen bewirtet seine Gäste in Wohnzimmeratmosphäre, an den Wänden hängen Bilder und eine riesige Matrjoschka.

    Gastro Bar Kvartira 62 in Berlin
    © Foto : Alexander Grüner
    Gastro-Bar „Kvartira 62“ in Berlin

    „Wir sind Nachbar, Kuschelecke, Wodkareich, Musikmacher, Zuhörer, Erzähler, Fassbier-ist-alle-Sager, wir sind Tatort-gemeinsam-Gucker, Ort für Wortwechsel und unterhaltsame Streitkultur. Wir jonglieren mit Pelmeni, schlagen eure White Russians cremig und vergessen auch mal euren Moscow Mule. Sorry! Doch wir sind verdammt gerne für euch da“, so die Selbstbeschreibung des russischen Szenelokals.

    „Wir haben uns bemüht, mit den ganzen Regeln klarzukommen ..."

    Mit dem gemütlichen Beisammensein in der „Kvartira 62“ ist es nun vorbei – schon wieder. Bereits der erste Lockdown im Frühjahr hatte den Familienbetrieb schwer getroffen: Grüner hatte den Laden für zwei Monate schließen müssen. Doch die 5000 Euro an staatlichen Hilfen seien glücklicherweise recht schnell ausgezahlt worden und hätten die laufenden Kosten gedeckt. Dennoch habe sich die „Kvartira 62“ noch immer nicht vom ersten Lockdown erholt, so der Betreiber.

    „Wir haben uns bemüht, mit den ganzen Regeln klarzukommen, hat aber nichts gebracht. Wir haben 40 Prozent Umsatz eingebüßt, da auch die Touristen im Sommer ausgeblieben sind.“

    Sich nach Nebenjobs umsehen wollen Karina Tyuleubekova und Alexander Grüner trotz der ungewissen Aussichten nicht. Ein paar Monate werde sie ohne Arbeit wohl überleben, so die junge Tätowiererin.

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    Знакомьтесь, это Мария. Маша пришла ко мне 2 года назад, чтобы плотно закатать свою руку в цветы. Затем мы поселили на ее груди петуха, которого я горячо люблю. Потом, летом того года, мы начали облачать ее тело в костюм, сделав за два дня спину с ягодицами на фестивале. После чего молодая дама взяла перерыв, и вернулась через год за вторым рукавом. ⠀ На ее теле собраны одны из моих самых любимых проектов. Спасибо тебе за возможность воплотить их. ____________________________________⠀ Let me introduce Mary. Masha came to me 2 years ago to cover up her arm tightly with flowers. Then we put on her chest a rooster, which I love dearly. Then, last summer, we began to dress her body in a tattoosuit, having made a back with buttocks at the festival in two days. After that, the young lady took a break, and returned a year later to make the second sleeve. ⠀ Her body contains one of my favorite projects. Thank you for the opportunity to embody them. . #blacktattoo #blackwork #tattooprocess #tattooedgirls #tattoogirls #tattooart #tattoosleeve #ornamental #ornamentaltattoo #ke_blacktattoo

    Публикация от Tattoo artist | Berlin (@ke_blacktattoo)

    In den letzten Monaten habe sie sehr viel gearbeitet, denn nach Ende des ersten Lockdowns habe sie mehr Kunden gehabt als zuvor. Und sollte ihre Branche dann hierzulande immer noch einem Berufsverbot unterliegen, würde sie vielleicht auch für eine Zeit lang zurück nach Russland gehen und dort arbeiten.

    Alexander Grüner und seine Kollegen versuchen derweil, über die Plattform „Go fund me“ Spenden für den Erhalt ihres Lokals zu sammeln. Außerdem hoffe er, dass ihm bei einer Teilöffnung zumindest die Möglichkeit eingeräumt werde, Essen zum Mitnehmen zu verkaufen.

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    Tags:
    Gastronomie, Lockdown, Berlin