12:40 03 Dezember 2020
SNA Radio
    Gesellschaft
    Zum Kurzlink
    Von
    35777
    Abonnieren

    Die Maserntoten haben sich weltweit in nur vier Jahren mehr als verdoppelt und die Covid-19-Pandemie könnte die Impflücken noch größer machen. Auch in Deutschland kommt es immer wieder zu Masernausbrüchen. Die Weltgesundheitsorganisation äußert in einer Pressemitteilung ihre Sorgen zum Thema.

    Bis 2016 sah der weltweite Kampf gegen die hochansteckenden Masern sehr erfolgversprechend aus: Immer mehr Menschen waren gegen die gefährliche Kinderkrankheit geimpft, immer weniger Todesfälle wurden gemeldet. Hatten um die Jahrtausendwende noch über 550.000 Menschen ihr Leben an das Masernvirus verloren, so waren es 2016 Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge nur noch 90.000.

    Doch dieser Trend kehrt sich seit 2016 laut der WHO um. Bereits im Vorjahr wurden mit 869.770 Betroffenen wieder die höchsten Erkrankungszahlen seit 23 Jahren gemeldet. Auch die Todesfälle haben sich von 2016 bis 2019 verdoppelt – mit geschätzten 207.500 Toten im Jahr 2019.

    Versagen bei der konsequenten Durchimpfung

    Als Hauptursache für diese Entwicklung gibt die WHO ein Versagen bei der rechtzeitigen Impfung von Kindern mit zwei Dosen der Masern-Impfstoffe MCV1 und MCV2 an.

    „Wir wissen, wie Masernausbrüche und -tote verhindert werden können“, teilt WHO-Geschäftsführer Adhanom Ghebreyesus mit.

    „Die Daten vermitteln die klare Botschaft, dass wir in jeder Region auf der Welt dabei versagen, Kinder vor Masern zu schützen. Wir müssen zusammenarbeiten, um Länder zu unterstützen und Gemeinschaften zu motivieren, jeden mit Masern-Impfstoffen zu erreichen, um dieses tödliche Virus aufzuhalten.“

    Um das zu erreichen, müssen 95 Prozent der Weltbevölkerung mit MCV1 und MCV2 konsequent durchgeimpft werden. Die Abdeckung durch MCV1 soll seit Jahren bei 85 Prozent stagnieren und die durch MCV2 steigt zwar an, hat aber bislang nur 71 Prozent erreicht.

    Covid-19-Pandemie darf Masernkrise nicht verschlimmern

    Zwar sei im Jahr 2020 bei den Masern bislang wieder ein Rückgang zu verzeichnen. Doch die Bemühungen gegen die Covid-19-Pandemie haben laufende Impfungen gegen Masern und Maßnahmen gegen regionale Ausbrüche unterbrochen, betont die WHO. In insgesamt 26 Ländern riskieren 94 Millionen Menschen, durch pausierende Impfkampagnen ungeschützt gegen das Virus zu bleiben.

    „Bevor es eine Corona-Krise gab, hatte die Welt bereits mit einer Masernkrise zu kämpfen, und die ist in der Zwischenzeit nicht verschwunden“, sagt Henrietta Fore, Exekutivdirektorin des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen (Unicef). „Während die Gesundheitssysteme durch die Covid-19-Pandemie belastet sind, dürfen wir nicht den Kampf gegen eine tödliche Erkrankung auf Kosten einer anderen führen. Wir müssen die notwendigen Ressourcen aufrechterhalten, um Immunisierungskampagnen gegen alle Erkrankungen durchzuführen, die durch Impfungen aus der Welt geschafft werden können – auch in der Zeit der Covid-19-Pandemie.“

    Auch in Deutschland kommt es immer wieder zu Masernausbrüchen. Im Jahr 2019 etwa soll es laut RKI-Angaben insgesamt 514 nachgewiesene Erkrankungen gegeben haben. Im Jahr 2020 fallen hierzulande die Zahlen stark ab, da seit März eine deutschlandweite Impfpflicht gegen die Krankheit besteht.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Manipulation und Betrug: Trump äußert sich in 46 Minuten langem Video zu Wahlergebnissen
    Noch ein mysteriöser Monolith in den USA aufgetaucht – Fotos
    Vizechef des Krim-Parlaments: Nato soll sich raushalten
    Tags:
    Unicef, Krankheiten, Epidemie, Pandemie, Weltgesundheitsorganisation (WHO), WHO, Impfpflicht, Impfung, Masern