16:04 28 November 2020
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    Die erneut steigenden Infektionszahlen treiben viele Beschäftigte zurück ins Homeoffice. Nach den Erfahrungen aus dem Frühjahr dürften die meisten besser auf die Arbeit von zu Hause vorbereitet sein. Doch: Wen betrifft es und was hat sich seit dem ersten Lockdown verändert? Auch Marktforscher beschäftigt diese Frage.

    Ein signifikanter Prozentsatz der Beschäftigten hat seit dem ersten Lockdown zumindest teilweise von zu Hause gearbeitet, wobei Deutschland mit 41 Prozent etwas hinter Frankreich (45 Prozent) und Großbritannien (49 Prozent) liegt. Während dieser Wert in Großbritannien auch während der Sommermonate etwa gleich blieb, sank er hierzulande zwischenzeitlich auf unter 20 Prozent. Für die Erhebung hat das größte deutsche Marktforschungsinstitut GFK mit Sitz in Nürnberg 2000 Arbeitnehmer in Deutschland, Frankreich und Großbritannien befragt.

    Männlich, gut ausgebildet, mit Kindern

    Was die Studie auch zeigt:

    Es sind nicht etwa hauptsächlich Frauen, die der Heimarbeit den Vorzug geben, sondern mit 61 Prozent überwiegend Männer. Interessant ist zudem, dass die Mehrheit davon (59 Prozent) über einen höheren Bildungsabschluss verfügt, größtenteils seien es höhere Angestellte und Selbstständige. Fast die Hälfte gab dabei an, mit Kindern unter 18 Jahren in einem Haushalt zu leben.

    Aktienindex von IT-Giganten Amazon und Apple in der New Yorker NASDAQ-Börse (Archivbild)
    © AP Photo / Mark Lennihan (ARCHIVFOTO)
    Für die meisten Befragten scheint die Arbeit im Homeoffice gut zu funktionieren. So würden die wegfallenden Arbeitswege Zeitersparnis und eine geringere Umweltverschmutzung bedeuten, gaben 66 Prozent an. Auch Work-Life-Balance, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und die Möglichkeit, nebenbei Alltagsaufgaben erledigen zu können, wie Einkaufen oder Wäsche waschen, hoben die Befragten als Vorteile der Heimarbeit hervor. Während die Bilanz überwiegend positiv ausfiel, wurden auch Nachteile der Arbeit vom heimischen Schreibtisch benannt. So würden für 35 Prozent der Befragten die Grenzen zwischen Arbeits- und Privatleben verschwimmen und rund einem Viertel fehlte die soziale Interaktion des Bürolebens.

    Technische Aufrüstung für das Homeoffice

    Ganz unvorbereitet hatte die Umstellung auf Heimarbeit offenbar die wenigsten getroffen, denn mehr als die Hälfte der Befragten gab an, schon vor dem ersten Lockdown einen Arbeitsplatz zu Hause zur Verfügung gehabt zu haben. Dennoch musste hier und da nachgerüstet werden, wie rund zwei Drittel angaben. Bürostühle, Headsets und Computer gehörten dabei zu den besonders häufig genannten Gegenständen. 79 Prozent gaben jedoch an, dass sie dabei der Arbeitgeber unterstützt hat.

    “Hersteller von IT-Hardware und Büroausstattung konnten vom steigenden Homeoffice-Anteil profitieren. In unseren Handelsdaten sehen wir gerade im IT- und Office-Segment über viele Kategorien hinweg deutliche Wachstumsraten und gehen auch für die nächsten Monate von einem guten Umsatzpotential aus. Laut unserer Studie beabsichtigen 49 Prozent der Arbeitnehmer, die im Homeoffice arbeiten, mindestens ein weiteres IT-Produkt bzw. Büroausstattung für ihr Homeoffice zu kaufen“, so Petra Süpititz, GfK-Expertin, die sich hauptsächlich mit Datensammlung und Kundenanalyse beschäftigt, um tiefere und effektivere Kundenbeziehungen aufbauen zu können (im Bereich Consumer Intelligence).

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    Tags:
    Technik, Marktforschungsinstitut GfK, Lockdown, Homeoffice