12:48 07 Dezember 2019
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    Ein Migranten-Boot im Mittelmeer (Archivbild)

    „Jemals gehört, dass jemand unter Gaddafi ein Boot aufblies und in Europa strandete?“

    © AFP 2019 / Marcos Moreno
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    Unter Saddam Hussein und Muammar Gaddafi haben das irakische bzw. libysche Volk nicht so schlecht gelebt. Nach der importierten Demokratie wurde Europa jedoch von Migranten überflutet. Diese Meinung äußert der Chef der Republikanischen Partei in Tschechien, Miroslav Sladek, im Interview mit Sputnik.

    Die Republikanische Partei Tschechiens – Sdružení pro republiku – wurde 1989 gegründet und war 1992 bis 1998 im Parlament vertreten. Der bekannteste Parteivertreter ist Sladek, der 1998 sogar für das Präsidentschaftsamt kandidierte.

    Sputnik: Hätten die Republikaner sich in die tschechische Realpolitik einmischen können, sollte laut ihrem Programm der Posten des Ombudsmanns und der Übergang zur osteuropäischen Zeit abgeschafft werden. Die Tschechen sollten die Möglichkeit bekommen, legale Waffen zu haben. Politisch korrekte Beamte würden eine solche Politik wohl kaum akzeptieren…

    Sladek: Wir möchten die Auflösung einiger Institutionen nicht nur in Tschechien. Auch die EU könnte ohne einige Institutionen auskommen. Warum muss die Uno finanziert werden, wenn sie zweifellos eine überflüssige Organisation ist? Der Apparat klaut das Geld (z.B. der „Öl für Lebensmittel“-Skandal – Anm. d. Red.).

    Bedürftige stehen häufig mit leeren Händen da. Warum muss der aufgeblasene Brüsseler Apparat versorgt werden? Was die Waffen betrifft, haben Menschen das Recht, ihr Eigentum und das Leben ihrer Angehörigen zu schützen. Kriminelle werden sich jedenfalls Waffen beschaffen, dasselbe betrifft auch die Migranten. Wenn jemand in die Wohnung einbricht, kann man da nichts tun.

    Sputnik: Sie sprechen von der Verzerrung der Kultur in Tschechien. Können Sie das genauer definieren?

    Sladek: Ich war nie politisch korrekt. Wenn wir Sachen nicht beim Namen nennen, werden wir uns im „Königreich der Zauberspiegel“ wiederfinden. Sehen sie unsere Pop-Szene an – die Sänger singen nicht einmal. Sie treten halbnackt auf und haben dafür noch Sponsoren. Ein Schauspieler kann erfolgreicher sein, wenn er herumposaunt, er sei homosexuell. Das ist eine Verzerrung, die vor allem junge Menschen bedroht.

    Sputnik: Wer ist daran schuld? Fehler bei der Erziehung in der Familie? Doch was, wenn die Leute das sehen wollen? Wenn sie es einfordern?

    Sladek: Nein, die Medien drängen ihnen das auf, um Menschen manipulieren zu können. Wir haben Reality-Shows, bei denen zwei Nackte für zwei Wochen im Wald gelassen werden. Das endet wie im Film „The Running Man“, am Ende wird vielleicht noch Blut vergossen. So wird die Kontrolle über die Massen beibehalten. Das Leben wird mit Impressionen dosiert, wie bei den Drogen. Zunächst reicht eine Prise aus, dann zwei Prisen. So wird die Dosis immer größer. Damit wird die Gesellschaft gezielt aufgelöst. Zunächst soll die Familie durch Verlautbarungen aufgelöst werden, dass es die Notwendigkeit einer Familie überhaupt nicht gibt. (…)

    >>>Andere Sputnik-Artikel: Wo sind Gaddafis Milliarden?<<<

    Ich war kein Anhänger von Hussein bzw. Gaddafi. Doch unter ihnen haben die Völker nicht schlecht gelebt. Die Öl-Einnahmen wurden unter der Bevölkerung verteilt. Haben Sie jemals gehört, dass jemand unter Gaddafi ein Boot aufblies und in Europa strandete? Die Demokratie wurde jenen gegeben, die sie nicht so sehr brauchen, nun ist Europa mit Migranten überflutet.

    Sputnik: Könnte man zählen, wie viele Menschen wegen der jetzigen Weltordnung und nicht wegen des Kommunismus bzw. Faschismus ums Leben kamen?

    Sladek: Was die jetzigen Opfer betrifft, wird nichts gegen ihren Willen aufgedrängt. Menschen lassen sich manipulieren. Das ist nicht so, wie wir von den Kommunisten nach dem Zweiten Weltkrieg angeeignet wurden. Das ist nicht einmal die Nazis-Epoche, als Nazis durch Europa marschierten, um es zu besetzen. Die Menschen treffen heute eigenständige Entscheidungen. Aus dieser Sicht halte ich beispielsweise den Beitritt der Krim zu Russland nicht für eine Militäroperation. Die Menschen haben das zu Hause einfach so beschlossen. Dass die Krim an die Ukraine gehen soll – das wurde einst von den Kommunisten in Moskau beschlossen. Unser modernes System spielt sich auf der lokalen Ebene ab, das wird nicht von außen aufgedrängt.

    * Die in diesem Artikel vorgebrachten Ansichten müssen nicht denen der Sputnik-Redaktion entsprechen.

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    Tags:
    Machtumsturz, Migrationskrise, Folgen, Flüchtlingskrise, EU, Muammar al-Gaddafi, Nordafrika, Mittelmeer, Afrika, Tschechien, Libyen