00:40 07 April 2020
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    Einer der größten Anbieter von Logistikdienstleistungen in Russland, Tablogix, hat einen Fünfjahresvertrag über die Bewirtschaftung des High-Tech-Ersatzteilvertriebszentrums in Tschechow bei Moskau mit der Volkswagen Group RUS unterzeichnet. Sputnik hat mit dem in Moskau arbeitenden Entwicklungsdirektor von Tablogix, Alfred Eckl, gesprochen.

    Die Lagerfläche in Tschechow beträgt 52.000 m². Tablogix wird rund um die Uhr für die Marken Volkswagen, Audi, Skoda, Seat, Bentley, Lamborghini und Ducati tätig sein. Das bezieht sich auf die Auslieferung innerhalb von zwei Tagen einschließlich des Tages der Bestellung an Händler und Service-Center in Russland und der GUS.

    - Volkswagen Group Rus hat einen Fünfjahres-Logistikvertrag mit Tablogix unterzeichnet. Wie war die Vorgeschichte?

    - Eckl sagt dazu: Die Volkswagen Gruppe (VGR) hatte im Dezember 2018 einen Tender ausgeschrieben, an dem viele Logistik-Dienstleister teilgenommen haben. Über den Zeitraum von sechs Monaten wurde von VGR gefiltert und wir sind letztendlich im Juli 2019 als Gewinner nominiert worden. Dann haben wir in einer Projektphase von ungefähr sechs Monaten bis Ende des Jahres 2019 die Übernahme vorbereitet und seit 1. Januar  2020 betreibt die Firma Tablogix das VGR Teilevertriebszentrum.

    Entwicklungsdirektor von Tablogix, Alfred Eckl
    © Foto : Tablogix
    Entwicklungsdirektor von Tablogix, Alfred Eckl

    - Mit welchen anderen Firmen arbeiten Sie? Wie lange ist Tablogix in Russland präsent?

    - Die Firma Tablogix feierte in 2019 ihr 25-jähriges Betriebsjubiläum, hat aber als kleines Unternehmen erst 2004 durchgestartet, mit dem Gewinn des Tenders der Firmengruppe Ford, Land Rover und Volvo. Ich war zu diesem Zeitpunkt bei Ford tätig und zuständig für alle Teilevertriebszentren in Europa, die von Logistik-Dienstleistern betrieben wurden. Gemeinsam mit der Firma Tablogix habe ich dann für die Firmengruppe die Ersatzteillogistik in Russland aufgebaut. Durch den Erfolg konnte die Firma Tablogix weitere Ausschreibungen von Unternehmen, nicht nur aus der Automobilbranche, gewinnen. Im Jahr 2008 kam General Motors dazu, erst mit einem Lager in Jekaterinburg und später auch in Moskau bis zum Marktaustritt in 2016. Es folgten dann Fiat Chrysler in 2012 und bis heute UAZ, Suzuki, Toyota und nun die VW Gruppe.

    In 2016 habe ich ein Frühpensionsangebot angenommen und bin nach über 40 Jahren Tätigkeit für Ford of Europe ausgeschieden. Seit Oktober 2016 lebe ich in Moskau  und arbeite in der Geschäftsleitung der Firma Tablogix als Entwicklungsdirektor.

    - Mit welchen Problemen ist Ihr Unternehmen in Russland konfrontiert? Was erschwert das Business? Laut jüngster AHK-Umfrage verlassen einige deutsche Firmen den russischen Markt. Wie schätzen Sie die Perspektive der Firma Tablogix in Russland ein?

    - Die Aussichten sind nicht so rosig, aber auch nicht schlecht, wenn man die Firma richtig steuert. Wir machen Logistik für ca. 20 Kunden verschiedener Größe, die unseren Service größtenteils schon seit vielen Jahren in Anspruch nehmen, und wir sind stolz, dass kein Kunde gewechselt hat. Die Situation ist nicht einfach, aber nicht so, dass wir nicht überleben können.

    - Coronavirus hat eine negative Auswirkung auf die Weltwirtschaft. Hat  COVID-19 auch Ihre Aktivität irgendwie beeinflusst?

    - Bisher noch nicht. Wir sind Logistikdienstleister für amerikanische, aber hauptsächlich europäische Kunden, die natürlich auch Material aus Deutschland, China oder Italien geliefert bekommen. Solange die Produktionsstätten tätig sind, ist die Lieferkette nicht unterbrochen, ansonsten könnte es ein Problem geben, das würde aber dann viele Firmen betreffen.

    - Vielleicht wäre es besser, wenn die Produktion in Russland organisiert würde?

    - Ja, machen auch viele. Der Lokalisierungsgrad ist bei vielen Firmen hoch, Volkswagen baut zum Beispiel mehrere Fahrzeuge in Kaluga, Ford produzierte Fahrzeuge in drei Standorten bis letztes Jahr, und viele andere Automobilunternehmen produzieren in Russland.  Die Zulieferer aus der Automobilindustrie, die ich kenne, verlassen den russischen Markt nicht, im Gegenteil, sie bauen weiter aus. 

    - Was sind Ihre Eindrücke von Moskau?

    - Ich liebe Moskau, ich liebe es, im Zentrum der City zu leben, Moskau ist eine phantastische Stadt. Im Mai 2020 bin ich 15 Jahre in Moskau, viele Jahre als Reisender eine Woche im Monat und dann als Einwohner. In dieser Zeit habe ich gesehen, wie sich die Stadt entwickelt hat. Ich kann ein großes Kompliment dem OB von Moskau, Sergej Sobjanin, aussprechen, wie er es alles geschaffen hat, wie schön die Stadt geworden ist und sich weiter entwickeln wird. Ich wohne in der Nähe vom Puschkinskaja Platz und der Tverskaya Straße, habe viele Freunde durch die AHK und AEB sowie andere Organisationen, somit viele Freunde aus Deutschland, Westeuropa, aber auch aus Russland. Ich fühle mich hier absolut wohl und sicher.

    Über das Unternehmen

    Tablogix ist einer der größten Anbieter von Logistikdienstleistungen in Russland, der seit 25 Jahren tätig ist. Seine Dienstleistungen umfassen die Lagerung, die professionelle Verarbeitung von Produkten im Lager, den Vertrieb und die Lieferung von Waren in ganz Russland. Im Jahr 2020 erreichte das Gesamtvolumen der Lagerfläche des Unternehmens 210.000 Quadratmeter.  Tablogix betreibt das Center of Exellence, das die besten internationalen und russischen Erfahrungen im Bereich Logistik sammelt.

    Tablogix-Team
    © Foto : Tablogix
    Tablogix-Team

    * Die in diesem Artikel vorgebrachten Ansichten müssen nicht denen der Sputnik-Redaktion entsprechen.

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    Tags:
    VW-Konzern, Wirtschaft, Deutschland, Russland