13:49 16 Dezember 2019
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    Militärmanöver „Eiserner Wolf“: Wenn Nato-Streitkräfte einen faschistischen Namen übernehmen

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    Laut einem Sprecher des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr dürfen die litauischen Landstreitkräfte die in ihrer Verantwortung befindlichen Nato-Übungen so nennen, wie sie wollen. Dass diese seit 2017 wie eine litauische faschistische bewaffnete Gruppe in den 30er Jahren heißt, scheint keinen zu stören. Eine Karikatur zum Thema.

    Militärmanöver „Eiserner Wolf“: Wenn Nato-Streitkräfte einen faschistischen Namen übernehmen

    Etwa 4000 Soldaten trainieren seit Montag aktiv auf einem Truppenübungsgelände in Pabrade – unter dem Namen „Geležinis vilkas“. Genauso heißt eben die litauische mechanisierte Infanterie-Brigade. Ziel des Trainings soll eine verbesserte Zusammenarbeit zwischen den Streitkräften der Allianz sein. Zwei Bataillone der litauischen Armee hätten am Sonntag die Positionen eines bedingten Gegners angegriffen, in dessen Rolle das in Litauen stationierte Nato-Kombibataillon fungiere. Auch Deutschland beteiligt sich samt zehn weiteren Nato-Ländern an dem Manöver, das offenbar zur Abschreckung Russlands in der Region dient. 

    Doch ein Blick in die Geschichte zeigt, dass The Iron Wolf, oder der Eiserne Wolf, oder Geležinis vilkas eigentlich für einen litauischen faschistischen Kampfbund steht, der 1927 unter der autoritären Regierung des litauischen Präsidenten Antanas Smetona und des Premierministers Augustinas Voldemaras gegründet wurde. Der aggressiv antisemitischen und faschistischen Vereinigung schlossen sich vor allem Offiziere, Studenten und Schüler an, die dann auch bei der Säuberung Litauens von Polen und Juden mitmachten. Deren Gründer Augustinas Voldemaras wurde 1940 vom sowjetischen Geheimdienst verhaftet und starb 1942 in einem Moskauer Gefängnis.

    Ob sich sämtliche Rechtsradikale im litauischen Verteidigungsministerium auf diese Weise an Moskau rächen wollen? „Das kann mir keiner erzählen, dass das nicht als eine gezielte Provokation gedacht war“, sagt Hartmann. „ Zumindest an der Front in Litauen einerseits, im Baltikum im Allgemeinen und gegenüber Russland wird dieses Signal ja verstanden“, kommentierte der Vorsitzende des Deutschen Freidenker-Verbandes, Klaus Hartmann, gegenüber Sputnik. 

    lk/ae

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