03:08 25 November 2020
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    Damit müssen Neuankömmlinge rechnen und leben. Sie stören die Kreise der Etablierten, rufen Neid und Missgunst derjenigen hervor, die durch ihr eigenes Versagen erst die Grundlage dafür geschaffen haben, dass Menschen organisiert aufbegehren.

    Flüchtlingskrise in Deutschland
    © REUTERS / Michaela Rehle
    Das scheint dem Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, Herrn Bedford-Strohm, in Zusammenhang mit dem Grundsatzparteitag der AfD in Stuttgart so völlg abzugehen, auch wenn er in seinem Sprengel seit Jahren genau das bei dem Kirchenaustritt vieler Gläubiger bewundern kann. Jetzt lässt er sich in Zusammenhang mit einer neuen Partei zu kräftigen und verräterischen Worten in den Zentralorganen der eutschen Mainstream-Presse hinreißen: Er will klare Kante zeigen, attestiert einer Partei, dem "Kampf der Kulturen " anzuhängen, und verlangt, auf das Wort "christlich" zu verzichten. Er erkühnt sich sogar, in Fragen, die mit dem Glauben nichts aber auch gar nichts zu tun haben,  anderen ein "wissenschaftlich abstruses Denken zu attestieren.

    Zu den Äußerungen von Herrn Bedford-Strohm wären ein paar Anmerkungen sinnvoll.

    Natürlich kann man Kritik üben gegenüber jedermann. Der Ratsvorsitzende, Herr Bedford-Strohm, und andere sollten aber dabei bedenken, was erkennbar zum Auftauchen einer neuen Partei in der deutschen Parteienlandschaft geführt hat. Die Bundesregierung hat es doch vorgemacht, auch wenn der Ministerpräsident des Freistaates Bayern, Herr Seehofer, laut seines ehemaligen CSU-Vizevorsitzenden, Herrn Dr. Peter Gauweiler in deutschen Tageszeitungen, in unverständlicher Weise gegenüber der Bundesregierung von jedwedem Mut verlassen wird. Vor wenigen Wochen sprach er in Zusammenhang mit dem Versagen der Bundesregierung in der Migrationsfrage von  „Unrechtsstaat" oder etwas ähnlichem. Heute lässt er eine dagegen gerichtete und dringend notwendige Klage mit insgesamt 170 hochinteressanten Seiten in den Münchener Schubladen verschwinden. 

    Die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland richten ungehört seit langer Zeit einen dringenden Appell an die Bundesregierung, der aus erkennbaren Berliner Gründen völlig ungehört bleibt: "Versucht es doch einmal in Anbetracht aller Probleme mit den Gesetzen dieses Landes, auf die ihr den Amtseid abgelegt habt."

    Nicht umsonst haben die Ereignisse vom 4./5. September 2015 Staatsstreich-Charakter und den Menschen im Land fällt doch auf, dass die Bundesregierung nichts unternimmt, diesen Zustand konsequent anzugehen und die Folgen zu beseitigen. Wo war und wo ist das Wort derjenigen, die heute aus welchen Gründen auch immer über eine politische Partei herziehen?

    Verkennen diese Herrschaften eigentlich, dass genau diese bigotte Haltung dazu beiträgt, wenn  viele Menschen im Lande sich von alledem abwenden und denjenigen, die andere so gerne irgendwelche Spiegel vorhalten, a priori misstrauen? Und damit den Umstand, dass unser Land sich das alles nicht leisten kann, weder Extremismus noch bigottes Verhalten von steuerfinanzierten Organisationen, angewidert zur Kenntnis nehmen.

    Wozu schweigen diejenigen, die gerne über andere herfallen?

    Viele im Lande können sich daran erinnern, welche Vorwürfe denjenigen gemacht worden sind, die von Amts wegen die Kanonen für die Kriege gesegnet haben. Wo war der amtierende Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, als ein ehemaliger Amtsbruder und derzeitige Bundespräsident in München auf einer Konferenz eine Rede hielt, die landauf und landab als neuerlicher Ruf Deutschlands nach Waffen und Kriegseinsätzen empfunden worden ist?

    Wo war der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, als vor der Hintergrund der Schreckensbilder des Zweiten Weltkrieges die Bundesregierung wieder den Einsatz deutscher Soldaten an den russischen Grenzen anordnete? Wo was der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, als mit großzügiger Unterstützung jedweder Art die Bundesregierung, die EU und die NATO der ukrainischen Regierung eben nicht in den Arm fielen, als diese Freiwilligenverbände mit klaren Bezügen zur Nazi-Zeit an die russischen Grenzen beorderte?

    Wo waren diese Stimmen, als vor wenigen Tagen das israelische Kabinett sich demonstrativ auf den zu Syrien gehörenden Golan-Höhen traf, um den Ewigkeitsanspruch seitens Israels geltend zu machen? Hier wurden die Hasskaskaden gegenüber der arabischen Welt zusätzlich befeuert und das wurde bei uns mit Schweigen übergangen. Warum wohl? Irgendwo steht geschrieben, dass es gilt, den Anfängen zu wehren. Die Kirchen sollten nicht verkennen, in welchem Umfang sie Bestandteil der Anfänge sind, wenn sie über andere urteilen.

    Die Meinung des Autors muss nicht mit dem Standpunkt der Redaktion übereinstimmen.

    * Die Meinung des Autors muss nicht der der Redaktion entsprechen.

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    Tags:
    Evangelischen Kirche, Migranten, Partei Alternative für Deutschland (AfD), Stuttgart, Deutschland