20:08 23 September 2018
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    Die Amtssitze des Bundespräsidenten, das Schloss Bellevue in Berlin

    Bundespräsident Werner Mauss: Ein Amtsnachfolger, der aus der Spende kommt

    © Wikipedia/ Harald Krichel
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    Uli Gellermann
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    Es soll einen neuen Bundespräsidenten geben. Im kommenden Jahr. Es geht um ein Amt mit hohem Symbolwert. Zwar ist aus dem Grundgesetz über die wirkliche Stellung des Bundespräsidenten wenig zu erfahren. Aber er gilt, warum auch immer, als Staatsoberhaupt.

    Doch seit dem Jahr 1968, als der Artikel 59a des Grundgesetzes zugunsten der Notstandsgesetze wegfiel, kann er nicht mal mehr den Kriegsfall (Verteidigungsfall) erklären. Er bleibt Symbol, ein Bedeutungsträger. Das sind die, die immer so bedeutungsschwanger reden, weil sie mit großen Gedanken schwanger gehen. Der aktuelle Herr, der mit geölter Stimme schwer zu Verstehendes sagen konnte, hatte sich auf das Fach Herausforderungen verlegt: Wenn er schon nicht mehr selbst den Krieg erklären durfte, wollte er ihn wenigsten psychologisch vorbereiten.

    Das ist ihm fraglos gelungen. In der Gauck-Zeit ist die Bundeswehr zur Reiseagentur geworden. Weltweit nimmt sie Herausforderungen aller Art an, selbst wenn sie gar nicht ausgesprochen wurden. 

    Doch das Bundes-Symbol, die Kühlerfigur der Deutschland AG, hat neben der gewöhnlichen Kriegstreiberei noch eine andere erhabene Aufgabe: Aus dem künftigen Bedeutungsträger lesen die Eingeweihten die Zusammensetzung der nächsten Koalition ab. Es gibt Beobachter, die behaupten, es gebe seit Jahr und Tag im deutschen Parlament eine ÜGroko, eine übergroße Koalition. Deshalb sei es gleichgültig, wer an der Spitze des Kühlers befestigt sei. Andere Ketzer verbreiten, alles, was von Bedeutung sei, würde ohnehin von einer Handvoll Konzernvertreter ausgekungelt. Doch sie alle verkennen den wirklichen Gehalt der obersten Staatsfigur: Sie ist der jeweilige höchste Wesensausdruck der Deutschen, die geronnene Mehrheitsmeinung, die betonierte Geistesverfassung, sie ist, weit über die geschriebene Verfassung hinaus, der ideelle Gesamtdeutsche. Das mag bei Betrachtung des aktuellen Gauck für die Deutschen hochnotpeinlich sein. Doch wenn sie sich in ihm partout nicht wiederkennen wollen, müssen sie sich wohl ändern.

    Zur Zeit sind eine Reihe von möglichen neuen Bundespräsidenten im Gerede. Sie sollen hier auf ihre Bedeutung untersucht werden. Auf dass die Deutschen sich in ihnen erkennen mögen. Oder eben auch nicht. Eine kurze Weile lang war Bundestagspräsident Norbert Lammert in der Diskussion. Doch der hatte in der Vergangenheit hie und da mal, gern in unwesentlichen Fragen, der amtierenden Kanzlerin, der Königin der Bürokratur, widersprochen. Längst hat er eingesehen, dass man Frau Merkel nicht widersprechen darf und ist daher mehr oder weniger freiwillig aus dem Reigen der Kandidaten ausgeschieden. Zur Zeit wird in höchsten Tönen ein Herr Steinmeier gepriesen. Der zeichnet sich vor allen anderen Bewerbern durch ein Mittel-Initial aus, ist also unseren amerikanischen Freunden sehr nahe, die ja ohne middle initial nicht leben können.

    Doch gilt er als Kandidat derer, die nicht rechnen können. Deshalb ist es nur logisch, dass ihn die SPD nominiert hat. Weiß doch ein jeder, dass die SPD bei Wahlen immer weiter an Bedeutung verliert, sich also nie und nimmer eine Bedeutungsfigur aus den mageren Rippen wird schnitzen können.

    Mit Ursula von der Leyen ist eine wirkliche Hurra-Hurra-Hurra-Kandidatin gefunden. Auf wie vielen Flugplätzen der Welt hat die tapfere Frau schon dem Wind die Stirn, genauer die Frisur geboten. Wo der amtierende Präsident ölte, da hackte sie die Wörter in die laue Luft: „Wir sind hier, wo auch immer! Wir sind gekommen, um zu bleiben. Bis alle Brunnen gebohrt, alle Frauen emanzipiert sind und aller Handel frei ist!“ Aber wird sie von der Kaiserin des Ungefähren, der Frau an der Spitze der Markt-Demokratie wirklich geschätzt? Oder wird sie doch eher als Konkurrenz in der Sendung „Deutschland sucht die Super-Merkel“ begriffen? Aus der dritten Reihe der Bewerber fällt immer wieder Gregor Gysi auf. Aber der gilt den Deutschen als zu schlau. Sein rhetorisches Talent lässt ihn eine Rede mit „Raus aus der Nato“ beginnen und mit „Nichts wie rein in das Bündnis-Vergnügen“ enden. Das geht zu schnell für die schwerblütige Nation zwischen der Dithmarscher Marsch und dem Murnauer Moos.

    Bleibt von den bisherigen Favoriten nur noch Wolfgang Schäuble. Der ewige Schwabe weiß genug über die Merkel, um jederzeit von der Kanzlerin den Job der Bundes-Kühler-Figur für sich einzufordern. Aber die Deutschen halten ihn, völlig zu unrecht, für geizig. Nur weil er auch zu unbeteiligten, des Wegs kommenden Passanten, schon gesagt hat: “Mir gäbet nix!" Doch die lebende CDU-Spenden-Legende hat schon mal ganz großzügig einen Koffer mit viel Geld vergessen. Auch beim Verteilen der Prädikate „faul“ und „korrupt“ ist der Mann großzügig, wenn es nicht um die eigene Umgebung geht. Doch trotz aller Anstrengungen wird er den Ruf des Geizkragens nicht los.

    Über den Ruf der Großzügigkeit verfügt ein ganz anderer Bewerber, der von einer missgünstigen Öffentlichkeit bisher einfach nicht als Prätendent wahrgenommen werden will: Werner Mauss. Der als Privatdetektiv gestartete und als Geheimdienst-Mitarbeiter gelandete Mauss hat schon in den 60er Jahren, erklärte jüngst sein Anwalt, unter seiner Identität 'Richard Nelson' regelmäßig Geld an die CDU gespendet. Ob er auf der Spur dieses Geldes an einen Vertrauten Schäubles, den Staatssekretär August Hanning, geraten ist? Sicher ist, dass Hanning, der auch schon mal mit waffenfähigem Plutonium handelte und als Aufsichtsratsmitglied der Bundesdruckerei in den Panama-Papers hat lesen können, sich mit dem geheimnisvollen Herrn Mauss in Berlin getroffen hat und dass der damalige Innenminister Schäuble immer noch über den Inhalt des Treffens schweigt.

    Die Großzügigkeit des Werner Mauss dauert bis heute an. Erst jüngst wurde bekannt, dass der zeitweilige Geheimagent mindestens 125.000 Euro an die pfälzische CDU gespendet hat. Ob damit die gefälschten Pässe auf echten Passformularen des Mannes mit den vielen Namen bezahlt wurden, oder ob damit die Folgen einer Steuerhinterziehung von 15 Millionen Euro geglättet werden sollen, ist unbekannt. Eindeutig bewiesen sind die vielen Vorzüge, die der Kandidat Mauss nachweisen kann: Er hat noch nie einen Koffer mit Geld verbummelt. Schon in seiner Berufsbezeichnung steht das Wort „privat“ für eine glückliche Zukunft der deutschen Wirtschafts- und Sozialpolitik. Und eine mögliche Nachfolgerin der amtierenden Kanzlerin, Julia Klöckner, war schon bei ihm zu Hause. Auch sein Motto: „50 Jahre Kriminalitätsbekämpfung – Pionier gegen das Verbrechen, Werner Mauss“ passt in eine Zeit, in der das Sicherheitsgefühl der Deutschen schwer erschüttert ist.

    So scheint denn die Gauck-Nachfolge bereits geklärt. Mauss muss nur noch in einer Bundesversammlung gewählt werden. Doch jene Kräfte, die den dubiosen Gauck aus dem Nichts zum Staatsoberhaupt gemacht haben, werden den geheimnisvollen Mauss wohl auch auf den Posten hieven können. Ein Agent als Nachfolger für einen Mann aus der Agenten-Behörde. Das wäre mal eine Pointe.

    Quelle: rationalgalerie.de

    Die Meinung des Autors muss nicht mit dem Standpunkt der Redaktion übereinstimmen.

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    Tags:
    SPD, Werner Mauss, Wolfgang Schäuble, Angela Merkel, Frank-Walter Steinmeier, Joachim Gauck, Deutschland