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22:28 20 September 2019
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    Die Polizei Israels

    Terror-Experten wissen es besser - Am besten wissen es israelische Experten

    © AFP 2019 / Jack Guez
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    Schon seit Jahren ist der Kampf gegen den Terror eine kriegerische Disziplin, die nach Experten verlangt. Experten sind Menschen, die im jeweiligen Sachgebiet alles wissen ––und das auch noch besser.

    Wenn zum Beispiel der Terrorfall vorfällt, fallen sie in den Medien durch superkluge Reden auf. Und während der normale Experte in seinem Fachgebiet selbst gearbeitet hat, darf man nicht davon ausgehen, dass der Terror-Experte selbst Terrorist war, bevor er begann über dieses Fachgebiet des Kriminellen zu dozieren. Auch wenn seine mediale Präsenz durchaus Züge des Psycho-Terrors aufweist.

    Trotz unterschiedlicher Denkschulen gibt es einige Grundwissenschaften, die alle Terror-Experten eint. Vorrangig gilt der Kernsatz: Terrorist ist immer der ANDERE! Schon in den Terror-Kämpfen der britischen Spezialeinheiten gegen die irische Terror-Organisation IRA war den englischen Experten klar: Der katholische Ire war´s. Katholische Iren allerdings konnten lange und intensiv über den Terror britischer Truppen in katholischen Wohn-Vierteln Nord-Irlands berichten. Aber sie kamen in den allgemeinen Medien einfach nicht vor. Auch deshalb hat sich der ANDERE als Schuldiger für den Terror eingebürgert. Kann man den ANDEREN dann auch noch die andere Hautfarbe, Sprache, Religion oder Kultur nachweisen, dann ist der Fall schon halb geklärt.

    Der Terror-Experte weiß grundsätzlich auch, dass der Terrorist immer nur feige Anschläge verübt. Bei Selbstmordattentaten ist das Eigenschaftswort besonders sonderbar: Hat doch der Terrorist immerhin sein Leben riskiert. Aber vielleicht war es ohnehin nichts wert und der Terrorist hat es einfach feige weggeworfen. Nie hat man Terrorismus-Experten von feigen Drohnen-Morden reden hören. Obwohl der Drohnen-Mörder unangreifbar in einem warmen und trockenen Büro sitzt und der Kaffee-Automat nur den Gang runter links ist. Während die feige Trauer- oder Hochzeitsgesellschaft, die der Terroristen-Jäger klinisch sauber in die Luft jagte, wahrscheinlich ein paar feige Terroristen beherbergte und ihr Anders-Sein schon durch den fehlenden Kaffee-Automaten bewies.

    Eine ganze Sammlung von Anti-Terror-Grundsätzen findet sich im Wort MEHR. Der Terrorismus-Experte beherzigt den alten medizinischen Grundsatz: Viel hilft viel! Mehr Kameras, mehr Waffen, mehr Sicherheitsgesetze, mehr Polizei, mehr Vernetzung… Und natürlich helfen auch mehr Drohnen. Weniger hilft manchmal auch: Aber nur weniger ANDERE! Ganz sicher helfen, beobachtet man die Experten-Runden, mehr Wählerstimmen für diese oder jene Partei. In Deutschland reklamieren CSU und AfD für sich das totale Rezept gegen den Terror gefunden zu haben. Kämen die beiden Parteien dran, würde sicher alles totaler.

    Wer den Terror-Abend in Berlin in den Medien verfolgte, der lernte in jedem zweiten Medium den israelischen Terror-Experten Shlomo Shpiro kennen. Von Israel weiß man, dass dieser Staat den Terrorismus voll im Griff hat. Über die Zuweisung des Terrorismus an die ANDEREN muss man dort nicht lange nachdenken: Seit der Gründung kennt man den unseligen Palästinenser, der ebenso unberechtigt wie terroristisch den uralten, heiligen israelischen Boden belästigt. Der Palästinenser war und ist ANDERS, also Terrorist.

    Aber auch der Grundsatz des MEHR findet in der israelischen Anti-Terror-Philosophie seinen Platz: Gern werden einige Steinwürfe mit ganzen Polizeibataillonen beantwortet, pro einzelner Rakete muss der Terrorist im Gaza-Streifen mit vielen Bomben-Teppichen rechnen. Und wenn er die Grenze wechselt, sei es in den Libanon oder nach Syrien, dann folgen im komplette israelische Armeen, da muss der Krieg nicht mal erklärt werden, das verstehen die Araber dann schon so.

    Überragend sind die israelischen Ergebnisse im Anti-Terror-Kampf: Seit Beginn investiert der Staat immer MEHR und MEHR in den Kampf und erntet als Ergebnis immer MEHR und MEHR Terror. Das ist ein überzeugendes Geschäftsmodell. Jedenfalls für Terror-Experten. Atemlos lauschte ein deutsches Publikum dem Politologen und Experten Shlomo Shpiro. Rein zufällig war der tapfere Schlomo zum Berliner Attentat zur Hand, um deutsche Medien mit den Weisheiten des MEHR zu füttern. Der Professor ist Experte in Terrorismus-, Geheimdienst- und Sicherheitsfragen. Shpiro ist stellvertretender Leiter der Abteilung für Politische Studien an der Bar Ilan University in Tel Aviv und Vorsitzender der International Intelligence History Association. Ebenso zufällig wie seine Anwesenheit zur Zeit des Berliner Anschlags ist sicher auch, dass der schlaue Mann von 1999 bis 2001 ein von der NATO finanziertes Forschungsprojekt zur Verbesserung der Intelligence Cooperation der Mittelmeerregion geleitet hat. Und logisch auch, dass Shpiro im Jahr 2009 zum Leiter eines EU-Projektes zur "Terrorismuskrise" ernannt wurde. Alle Welt weiß, dass der Terrorismus in Europa seit dieser Zeit deutlich MEHR wurde. Welch ein Erfolg.

    Worüber Terror-Experten nie reden: Über die sozialen Ursachen des Terrors. Warum auch? Würde man ernsthaft über Ursachen reden, dann könnten die vielleicht beseitigt werden. Und Experten wie Shlomo Shpiro würden nicht mehr gebraucht und müssten arbeiten gehen. Das will die ganze Anti-Terror-Branche nicht.

    Quelle: rationalgalerie.de

    Die Meinung des Autors muss nicht mit dem Standpunkt der Redaktion übereinstimmen.

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    Tags:
    Anti-Terror-Kampf, Terrorismus, Lkw-Attacke, IRA (Irisch-Republikanische Armee), Shlomo Shpiro, Berlin, Israel